Ein Volksfeind - Roger Vontobel zeigt Henrik Ibsens Demokratielehrstück am Schauspiel Köln
Das Wohl der Allgemeinheit verkaufen
von Ulrike Gondorf
Köln, 20. Mai 2016. "Ein Volksfeind"? Oder heißt das Stück diesmal "Ein Volksfest?" Wenn das Publikum in den Zuschauerraum kommt, machen die Schauspieler schon Party. Sie schütteln Hände am Eingang, verteilen gegrillte Würstchen, winken johlend in den Saal und offerieren Bier. "Wir bringen Ihnen das dann gern". Die Band spielt, ein paar bunte Glühbirnchen zaubern eine ziemlich klägliche "Italienische Nacht". Die Schauspieler zerren Leute, die unvorsichtigerweise vorne sitzen, zu einem Tänzchen auf die Bühne. Regisseur Roger Vontobel schwingt den Holzhammer zu Beginn seiner Inszenierung von Ibsens "Volksfeind", damit auch jeder sieht, wie verlogen, falsch und selbstzufrieden diese Gesellschaft ist. Aber wenn das Fremdschämen erst mal überstanden ist, fängt eine ziemlich spannende Geschichte an.
Sorry – Monster Truck und die nigerianische Company The Footprints mit einer postkolonialen Erkundung in den Berliner Berliner Sophiensälen
Kann da die Kunst helfen?
von Michael Wolf
Berlin, 20. Mai 2016. Monster Truck provozieren gern. Zuletzt wurde die Gruppe vom Schauspiel Leipzig ausgeladen, weil das Schauspiel Leipzig nicht wollte, dass auf seiner Bühne ein Schwein filetiert wird. Sie haben das Schwein dann an den Berliner Sophiensälen filetiert. Dort feiert jetzt auch ihre neueste Produktion "Sorry" Premiere, die sie mit Kindern der nigerianischen Company "The Footprints" erarbeitet haben. An diesem Abend gibt es aber keinen Skandal. Das ist ein bisschen enttäuschend. Der Programmtext ließ mehr erhoffen.
Wir Hunde - In Wien laden Signa zum Tierschutz-Engagement ein
Mach Mensch!
von Eva Biringer
Wien, 13. Mai 2016. Regelbruch: Blickkontakt aufnehmen, sich beschnüffeln lassen, dann die Hand in den Hundekäfig strecken. Anders als angekündigt wird die Hand nicht gebissen, sondern geleckt, von einem Hund in Menschengestalt. Kurz zuvor wurde er ausgezogen, auf ein Klappbett geschnallt, gewaschen und für mangelnden Gehorsam ausgepeitscht. "Pax" gehört angeblich zu den schwierigen Fällen im Zwinger, jenem Kellerraum eines unscheinbaren Wiener Wohnhauses, aus dem man am schnellsten wieder weg will, nicht zuletzt wegen des Gestanks nach frisch gebratener Leber. Bei mir ist Pax komischerweise ganz brav. So oder so würde ich keinen Gebrauch von dem Elektroschocker machen, der mir beim Betreten des Zwingers ausgehändigt wurde. Dass er voll funktionsfähig ist, gehört zum Konzept von "Wir Hunde/ Us Dogs", der neuen Produktion von Signa.
Regie: Brit Bartkowiak
Regie: Sebastian Nübling, Ives Thuwis
Regie: Katrin Plötner
Regie: Hassan El Geretly
Regie: René Pollesch
Regie: Klaus Gehre
Regie: Alexander Riemenschneider
Regie: Anestis Azas, Prodromos Tsinikoris
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