lexikon
| Begriff | Definition |
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| Wyrypajew, Iwan | Iwan Wyrypajew, am 3. August 1974 in Irkutsk, Sowjetunion geboren, ist Dramatiker, Schauspieler und Regisseur. Wyrypajew studierte in seiner Geburtsstadt Schauspiel und gründete 1998 seine eigene Theater-Kompanie "Espace de jeu" (Spielplatz), zugleich absolvierte er ein Fernstudium Regie. 2001 ging Wyrypajew nach Moskau und wurde Mitgründer des Theaterzentrums teatr.doc. Er betätigte sich zunehmend schwerpunktmäßig als Dramatiker, sein Stück "Kislorod" (deutsch: "Sauerstoff") wurde 2003 in Moskau durch Viktor Ryjakow uraufgeführt und viel nachgespielt, auch im deutschsprachigen Raum. 2005 führte er bei seinem ersten Spielfilm "Euforija" Regie und schrieb das Drehbuch. 2006 erhielt er dafür den Großen Preis beim Internationalen Filmfestival Warschau. Im deutschsprachigen Raum werden seine Theaterstücke seit 2008 viel gespielt, 2009 erhielt er zusammen mit seinem Übersetzer Stefan Schmidtke den Jürgen Bansemer & Ute Nyssen Dramatikerpreis. Nachtkritiken zu Inszenierungen von Stücken von Iwan Wyrypajew: Juli am Schauspielhaus Wien (10/2008) Illusionen am Theater Chemnitz (9/2011) Delhi, ein Tanz am Schauspielhaus Düsseldorf (3/2012) Wespen stechen auch im November am Theater Chemnitz (2/2013) Betrunkene am Schauspielhaus Düsseldorf (2/2014) Betrunkene am Thalia Theater Hamburg (4/2014) Unerträglich lange Umarmung am Deutschen Theater Berlin (3/2015) Betrunkene am Staatstheater Braunschweig (3/2017) Iran-Konferenz am Thalia Theater Hamburg (10/2018) Delhi, ein Tanz am Theater Freiburg (3/2025)
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| Yazdkhasti, Dariusch | Dariusch Yazdkhasti, 1973 in Krefeld geboren und im Iran aufgewachsen, ist Regissseur. Yazdkhasti studierte Philosophie, Indologie und Kunstgeschichte in Köln, später Schauspielregie an der Universität Hamburg. Seit 1997 arbeitet er als freier Regisseur, unter anderem am FFT Düsseldorf und den Theatern in Osnabrück, Heidelberg, Kiel, Braunschweig, Mainz sowie Bielefeld, wo er ab 2018/19 Hausregisseur ist. Berlin 1945 am Theater Osnabrück (10/2008) Der Geizige am Theater Bielefeld (11/2010) Wie schweben wieder am Theater Bielefeld (9/2013) Nora am Landestheater Coburg (12/2013) (mit Malte Kreutzfeld) Otello am Theater Bielefeld (2/2015) Paare. Liebe ist eine schwere Geisteskrankheit am Theater Bielefeld (6/2017) (Gruppeninszenierung) Was ihr wollt am Staatstheater Braunschweig (1/2018) Maria Stuart am Staatstheater Mainz (8/2018) Schleuderdrama am Theater Bielefeld (11/2025) Meldung: Preise beim NRW-Theatertreffen 2017 vergeben (5/2017) Meldung: Dariusch Yazdkhasti wird Hausregisseur in Bielefeld (7/2018) |
| Young, Ann Liv | Ann Liv Young, geboren 1981 in North Carolina, ist Performerin, Tänzerin und Autorin. 2003 schloß Young eine Ausbildung an der Fakultät für Tanz der Hollins University im US-Bundesstaat Virginia ab, und studierte anschließend am Londoner Laban Center. Mit radikal die Grenzen von körperlicher, geschmacklicher und psychischer Strapazierfähigkeit austestenden Performance-Abenden hat sich die in New York lebende Künstlerin inzwischen auch im deutschsprachigen Theaterraum einen Ruf erworben. Regelmäßig greift sie in ihren Arbeiten auf Märchen und Populärkulturmythen zurück, um Geschlechterrollen und andere Normierungen heutiger westlicher Kulturen zu dekonstruieren. Mermaid Show im Rahmen des Festivals "In Transit 11" in Berlin (6/2011) Sherry Show im Rahmen des Festivals "In Transit 11" in Berlin (6/2011) Sleeping Beauty (1–4) beim Steirischen Herbst in Graz (10/2013) Elektra beim Steirischen Herbst in Graz (10/2014) Peter Pan im Theaterhaus Gessnerallee Zürich (10/2016) Antigone im Theaterhaus Gessnerallee Zürich (9/2018) |
| Zacek, Angelika | Angelika Zacek, 1971 in Wien geboren, studierte zunächst Schauspiel und arbeitete als Schauspielerin in Wien, Linz und Hannover. Später folgte ein Regie-Studium an der Hochschule "Ernst Busch" in Berlin. Seit 2008 ist sie als freie Regisseurin tätig. 2017 gründete sie zusammen mit 6 weiteren Regisseurinnen den Verein "Pro Quote Bühne" und engagierte sich dort 5 Jahre lang als Vorstandsvorsitzende für Gleichberechtigung, Chancengleichheit, Diversität, moderne Führungstechniken und Unternehmenskultur an deutschsprachigen Bühnen. Nachtkritiken zu Inszenierungen von Angelika Zacek: Biedermann und die Brandstifter am Theater Altenburg-Gera (2/2018) Richard III. am Volkstheater Rostock (9/2019) Amphitryon am Vorarlberger Landestheater Bregenz (4/2024)
Weitere Beiträge zu Angelika Zacek: Interview mit Angelika Zacek und Elena Damian zu ihrer Initiative Pro Quote Bühne (10/2017) Meldung: Göttingen: Angelika Zacek wird Intendantin des JTG (7/2025) Website: |
| Zade, Maja | Maja Zade, Autorin und Dramaturgin Aufgewachsen in Deutschland und Schweden, studierte Zade englische Literatur an der London University und der Queen’s University in Kanada sowie Theaterproduktion an der Royal Academy of Dramatic Art in London. Von 1997 bis 1999 war sie Senior Reader am Royal Court Theatre in London. Sie arbeitet seit 1999 als Dramaturgin an der Schaubühne, seit der Spielzeit 2022/23 ist sie leitende Dramaturgin an dem Berliner Haus. Neben ihrer Tätigkeit für die Schaubühne arbeitet sie als Dramaturgin für Inszenierungen von Michael Thalheimer am Dramaten Stockholm und übersetzt aus dem Deutschen, Schwedischen und Englischen ins Deutsche (Lars von Trier, Caryl Churchill) und Englische (Marius von Mayenburg, Roland Schimmelpfennig, Lars Norén, Falk Richter). Seit 2012 unterrichtet sie an der Theaterhochschule Malmö und der Edinburgh University und ist Jurymitglied des James Tait Black Prize for Drama. Seit 2019 ist sie auch Autorin von Theaterstücken ("status quo", "abgrund", "ödipus", "reden über sex"), die alle an der Schaubühne uraufgeführt wurden und unter anderem ins Norwegische, Schwedische, Lettische, Polnische, Französische und Englische übersetzt wurden. Nachtkritiken zu Stücken von Maja Zade: abgrund an der Schaubühne Berlin (4/2019) ödipus an der Schaubühne Berlin (9/2021) reden über sex (an der Schaubühne Berlin (12/2021) spinne an der Schaubühne Berlin (6/2024) changes an der Schaubühne Berlin (12/2024)
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| Zadek, Peter | Peter Zadek, geboren am 19. Mai 1926 in Berlin-Wilmersdorf und gestorben am 30. Juli 2009 in Hamburg, war einer der bedeutendsten Theaterregisseure im West-Deutschland der sechziger bis neunziger Jahre. Er leitete als Intendant das Schauspielhaus Bochum (1972 bis 1979) und das Deutsche Schauspielhaus Hamburg (1985 bis 1989). Als Sohn jüdischer Eltern emigrierte Zadek mit seiner Familie 1933 nach England, verbrachte dort die Kriegsjahre und nahm sein Regiestudium in London auf. Mit Oscar Wildes "Salome" debütierte er mit 21 Jahren als Regisseur in London. 1958 kehre er nach Deutschland zurück und arbeitete bald mit dem Theaterleiter Kurt Hübner zusammen, zunächst in Ulm, später in Bremen, wo Hübner mit Regisseuren wie Zadek, Peter Stein, Alfred Kirchner, Klaus Michael Grüber, Hans Neuenfels und Rainer Werner Fassbinder eines der meistbeachteten Theater der westdeutschen Nachkriegszeit aufbaute. Regelmäßig arbeitete Zadek mit prägenden Künstlern und Bühnenbildnern wie Wilfried Minks, Götz Loepelmann und Johannes Grützke zusammen. Der Schauspieler Ulrich Wildgruber war sein Protagonist in zahlreichen Inszenierungen. Zu seinem 81. Geburtstag widmete die Akademie der Künste in Berlin ihm 2007 eine Ausstellung, die Wolfgang Behrens gesehen hat. 2008 erhielt Zadek den Österreichischen Theaterpreis Nestroy für sein Lebenswerk. Im April 2007 wurde ihm der Europäische Theaterpreis nicht verliehen, weil er zur Preisverleihung in Thessaloniki nicht erscheinen konnte. Im Oktober 2009 richtete das Hamburger Schauspielhaus eine Abschiedsmatinee für seinen ehemaligen Intendanten aus. Nackt am St.-Pauli-Theater Hamburg (04/2008) Major Barbara am Züricher Schauspielhaus (02/2009) Meldung: Europäischer Theaterpreis in Thessaloniki (7/2007) Bericht: Peter Zadeks Menschentheater – Akademie-Ausstellung zu Zadeks 81stem Geburtstag (8/2007) Meldung: Peter Zadek erhält österreichischen Theaterpreis Nestroy für sein Lebenswerk (10/2008) Meldung: Peter Zadek gestorben (7/2009) Meldung: Abschiedsmatinee für Peter Zadek am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (10/2009) Presseschau: Peter Zadek über seine späten Regiearbeiten und den nahen Tod (4/2010) Buchkritik: Die Wanderjahre 1980-2009 – Der dritte Teil von Zadeks Erinnerungen aus einer noch gar nicht so lange vergangenen Zeit (7/2010) Meldung: Bremen hat jetzt einen Peter-Zadek-Platz (7/2010) Meldung: Bochum bekommt Peter-Zadek-Straße (9/2018) |
| Zaimoglu, Feridun | Feridun Zaimoglu, geboren am 4. Dezember 1964 in Bolu/Türkei, ist ein deutscher Schriftsteller, Theaterautor und Journalist. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seitdem auch lebt. Für seine Romane wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, 2015 ist er Mainzer Stadtschreiber. Zusammen mit seinem Co-Autor Günter Senkel schreibt er auch Theaterstücke und bearbeitete bisher zahlreiche klassische Theaterstoffe, die teils auch in die Schusslinie gerieten wie seine Hamlet-Adaption in der Regie von Luk Perceval im September 2010. nachtkritiken zu Texten von Zaimoglu/Senkel: Molière. Eine Passion bei den Salzburger Festspielen (7/2007) Schwarze Jungfrauen am Schauspiel Hannover (3/2010) Hamlet am Thalia Theater Hamburg (Bearbeitung, 9/2010) Discount Diaspora an der Neuköllner Oper Berlin (3/2011) Julius Cäsar (UA) am Theater Kiel (4/2011) Alpensegen an den Münchner Kammerspielen (4/2011) Bildergeschichten I: Liebe, diesseits, jenseits (UA) am Theater Kiel (11/2011) Moses bei den Oberammergauer Festspielen (7/2013) Siegfried am Volkstheater München (3/2015) Die zehn Gebote am Theater Kiel (4/2016) Antigone am Schauspielhaus Zürich (Bearbeitung, 9/2016) Luther am Theater Kiel (10/2017) Siegfrieds Erben bei den Nibelungenfestspielen Worms (7/2018) Siegfried. Ein Monolog bei den Bayreuther Festspielen (8/2019) Das Rheingold. Eine andere Geschichte am Düsseldorfer Schauspielhaus (5/2021) Der Diplomat bei den Nibelungenfestspielen Worms (7/2024)
Andere Beiträge zu Feridun Zaimoglu: Meldung: Walter Kempowski Preis 2025 an Feridun Zaimoglu (5/2025) |
| Zandwijk, Alize | Alize Zandwijk, 1961 in Hellendoorn/Niederlande geboren, ist Regisseurin. Zandwijk studierte Regie an der Theaterakademie in Kampen und begann ihre Karriere mit kleinen Theatergruppen in der Off-Szene. Später arbeitete sie für die Toneelgroep Amsterdam und Stella Den Haag. 1998 bildete sie gemeinsam mit Guy Cassiers die künstlerische Leitung des Rotterdamer RO Theater, seit 2006 ist sie ebendort künstlerische Direktorin. Seit 2003 inszeniert sie regelmäßig in Deutschland, unter anderem am Thalia Theater Hamburg und am Deutschen Theater Berlin. Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie leitende Regisseurin im Schauspiel am Theater Bremen. Für ihre Arbeit wurde sie von den Bremer Theaterfreunden 2020 mit dem Kurt-Hübner-Preis geehrt. Happiness Hamburg (9/2008) Der Kirschgarten in Bremen (12/2013) Joseph und seine Brüder am Deutschen Theater Berlin (4/2012) Das Leben auf der Praça Roosevelt in Bremen (9/2012) Gaunerstück am Deutschen Theater Berlin (1/2015) Golden Heart am Theater Bremen (1/2017) Die Wildente am Schauspielhaus Zürich (3/2017) Amour am Theater Bremen (6/2018) Der Schimmelreiter am Theater Bremen (10/2018) Auferstehung am Theater Bremen (3/2019) Karoline und Kasimir am Theater Bremen (10/2021) Erbarmen am Theater Bremen (3/2022) Das letzte Feuer am Theater Bremen (3/2024) Solange wir leben am Theater Bremen (3/2025) |
| Zeh, Juli | Juli Zeh, geboren 1974 in Bonn, ist Schriftstellerin. Juli Zeh ist studierte Juristin, absolvierte aber auch ein Studium am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie debütierte 2001 mit dem Roman "Adler und Engel" und gewann seither zahlreiche Literaturpreise. Ihr erstes Theaterstück Corpus Delicti wurde 2007 von Anja Gronau in Essen uraufgeführt und 2008 mit dem Jürgen Bansemer & Ute Nyssen-Dramatikerpreis ausgezeichnet. 2009 wurde Zeh der Carl-Amery-Preis verliehen. Bettina Bruiniers Uraufführung einer Theateradaption ihres Romans "Schilf" wurde 2008 zum Festival Radikal jung eingeladen und gewann den Publikumspreis des Festivals. 2014 erhielt sie den Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur. Nachtkritiken zu Stücken von Juli Zeh: Corpus Delicti am Schauspiel Essen (09/2007) Corpus Delictit am Theater Freiburg (09/2008) Spieltrieb am Schauspielhaus Köln (04/2009) Der Kaktus am Münchner Volkstheater (11/2009) 203 am Düsseldorfer Schauspielhaus (4/2011) Yellow Line (gemeinssam mit Charlotte Roos) am Staatstheater Braunschweig (6/2012) Nullzeit am Theater Bonn (3/2014) Corpus Delicti am Schauspiel Hannover (3/2014) Leere Herzen am Theater Bamberg (1/2019) Unterleuten am Landestheater Neustrelitz (4/2019) Corpus Delicti am Stadttheater Bremerhaven (9/2020) |
| Zeldin, Alexander | Alexander Zeldin (*1985), Dramatiker und Regisseur für Theater und Film Zeldin war Regieassistent für Peter Brook und Marie-Helene Estienne. 2014 kam sein Stück "Beyond Caring" am Yard Theatre in London heraus. Es erzählt die Geschichte einer Gruppe Leiharbeiter:innen in der Nachtschicht einer Fleischverarbeitungsfabrik und wurde von der Kritik hoch gelobt. 2015 wurde Zeldin zum Associate Director des Birmingham Repertory Theatre ernannt. Seine Produktion "LOVE" (Premiere 2016 am National Theatre in London) wurde von der BBC und Cuba Pictures als Film adaptiert. 2017 wurde er Artist in Residence des National Theatre, später Associate Director. Er ist Preisträger der Fellowship for Literature der Arts Foundation und Associate Director des Odéon Théâtre de l’Europe Paris und des Centre Dramatique National de Normandie-Rouen. Nachtkritiken zu Arbeiten von Alexander Zeldin: Faith, Hope and Charity bei den Wiener Festwochen (7/2021) LOVE beim FIND Festival der Schaubühne Berlin (10/2021) Beyond Caring an der Schaubühne Berlin (4/2022) The Confessions bei den Wiener Festwochen (6/2023) |
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