meldungen

Kulturminister zufrieden mit Fusionsprozess in Mecklenburg-Vorpommern

Kooperations(alp)traum Meck-Pom

14. November 2010. Henry Tesch, Mecklenburg-Vorpommerns Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur (CDU) hat sich gestern in Schwerin zufrieden über den Verlauf der bisherigen Strukturrreform der Theater- und Orchesterlandschaft geäußert. Das meldet der NDR auf seiner Internetseite. Trotz erheblicher Bedenken bei Theatern und Orchestern, so der ndr, sehe Tesch derzeit alle Träger der Bühnen auf Kooperationskurs. Diese Entwicklung gehe auf ein Eckpunktepapier zur Weiterentwicklung der Theater- und Orchesterstrukturen vom August 2008 zurück, mit dem die Landesregierung einen Entwicklungsprozess in Gang gesetzt habe, "den es in dieser Dynamik zuvor noch nicht gegeben hat", wie aus Teschs Zwischenbilanz vom Samstag zitiert wird.

Westfälische Giftliste bedroht die Theater in Castrop-Rauxel und Detmold

Furcht vor dem Domino-Effekt

12. November 2010. Wie die Ruhr Nachrichten bereits vor zwei Tagen berichteten, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ein 101 Seiten dickes Papier vorgelegt, dass Sparmaßnahmen im Kulturbereich vorsieht, die das Westfälische Landestheater Castrop-Rauxel und das Westfälische Landestheater Detmold in ihrer Existenz gefährden würden. Auch drei Landesorchester – darunter die Neue Philharmonie Westfalen mit Sitz in Recklinghausen – sind bedroht.

Christoph Schlingensief posthum mit einem Bambi geehrt

Ehrenpreis

Potsdam, 11. November 2010. Im Rahmen der 62. Bambi-Verleihung in der Metropolis-Halle in Potsdam-Babelsberg wurde Christoph Schlingensief posthum ein Bambi in der Kategorie Kultur zuerkannt. Nach Peter Frankenfeld (1979) ist dies erst das zweite Mal in der Geschichte des Preises, dass er nach dem Tod verliehen wird.

Rostocker Oberbürgermeister will Geschäftsführer der Theater GmbH feuern

So geht das nicht

Rostock, 12. November 2010. In einem Interview mit der in Rostock erscheinenden Ostsee-Zeitung hat Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) angekündigt, den Geschäftsführer der Volkstheater GmbH Kay-Uwe Nissen wegen Misswirtschaft abberufen zu lassen. Außerdem erhebt Methling schwere Vorwürfe gegen Rostocks Kultursenatorin Dr. Liane Melzer (SPD). Sie habe als Aufsichtsratsvorsitzende der vor einem halben Jahr gegründeten Volkstheater Rostock GmbH versagt. Sie hätte deutlich früher auf den fehlenden Wirtschaftsplan und das angeblich 1,2 Millionen Euro betragende Defizit aufmerksam machen müssen. "Dass sie immer noch den Mut hat, in der Öffentlichkeit zu sagen, sie könne nichts dafür, geht so nicht!", zitiert das Blatt Methling. Ihre Aufgabe sei es gewesen, die Arbeit des kaufmännischen Geschäftsführers zu kontrollieren.

Das Programm der Salzburger Festspiele 2011 steht

Die üblichen Verdächtigen

Salzburg, 10. November 2010. Wie die Salzburger Festspiele mitteilen, steht das Programm für das Jahr 2011 fest. Neben der Wiederaufnahme von Jedermann (alles bleibt beim Alten, nur die Guten Werke spielt nun Lina Bachmann) und Ein Sommernachtstraum holen die Festspiele wieder ein Who is Who des deutschsprachigen Gegenwartstheaters an die Salzach.

She She Pop und ihre Väter gewinnen beim NRW-Festival Favoriten

Große Analyse unseres Zeitalters

7. November 2010. Die Performerinnen von She She Pop und ihre Väter haben beim diesjährigen Festival Favoriten die Wild-Card für ihre Lear-Adaption Testament gewonnen. Das meldet Ruhr.2010, die den mit 10.000 Euro dotierten Preis vergibt. Ausgezeichnet werde eine künstlerische Arbeit, die in ihren raffinierten Reflexionsschleifen vor allem "eine große Analyse unseres Zeitalters, der Epoche des 'ökonomischen Menschen'" sei, heißt es in der Begründung der Jury (hier im Wortlaut). Die Produktion hinterfrage, "ob Fürsorge und soziale Bindungen noch als absolute, unverhandelbare Werte denkbar sind, oder wie viel von unserem täglichen Dasein längst einem wirtschaftlichen Kalkül unterworfen ist". Damit sei die Produktion auch für ein internationales Publikum von Interesse.

Intendant der Berliner Ku'damm-Bühnen gegen Bürgerentscheid

Die Realitäten anerkennen

6. November 2010. In einem dringlichen Appell hat sich der Intendant der Berliner Theater am Kurfürstendamm, Martin Woelffer, an den Vorstand der Bürgerinitiative "Rettet die Kudammbühnen" gewandt. Darin bat Woelffer die Initiative, die Realität anzuerkennen, dass nur eine der beiden Bühnen erhalten werden könne. Denn dies haben nun Verhandlungen ergeben. Erste Entwürfe, die der Architekt David Chipperfield für das Areal am Berliner Kurfürstendamm im Auftrag des britischen Investors Ballymore präsentierte, hatten noch den Abriss beider historischer Bühnen vorgesehen.

Wendland-Projekt: Schauspiel Hannover weist neue Vorwürfe der CDU zurück

Streit ums politische Bewusstsein

Hannover, 5. November 2010. Das Hüttendorf-Projekt Republik Freies Wendland, das auf Initiative des Schauspiel Hannover vom 19. bis 16. September auf dem Ballhofplatz stattfand, scheint weiter die Gemüter der CDU zu erregen. Bereits im September ließ der Landtagsabgeordnete Dirk Toepffer in einer Erklärung verbreiten, dass die Politisierung der Jugend kaum Aufgabe eines Theaters sei (wie berichteten). Nun stellt die niedersächsische CDU-Landtagsfraktion eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung zu Aufklärung der Ereignisse im Hüttendorf; hier der vollständige Text der Kleinen Anfrage durch den CDU-Abgeordneten Jens Nacke. In einer CDU-Pressemitteilung vom 3. November heißt es, die Aktivitäten auf dem Ballhofplatz seien "offensichtlich voll aus dem Ruder gelaufen und wurden von radikalen Gruppen missbraucht". Diese Behauptungen weist das Schauspiel Hannover mit aller Entschiedenheit zurück.

Privatleben von Ulrike Syha beim Theaterfestival in Maribor ausgezeichnet

Fiktion des privaten Glücks

5. November 2010. Wie auf der Website des Rowohlt Theaterverlags zu lesen ist, wurde die slowenische Inszenierung von Ulrike Syhas Stück Privatleben (Premiere im Januar 2010 am SNG Drama Ljubljana, Regie: Ivana Djilas) Ende Oktober beim Theaterfestival in Maribor mit den Preisen für die beste Regie und den besten männlichen Hauptdarsteller ausgezeichnet.

Theater Erlangen soll 100.000 Euro einsparen

Jeder Euro zählt, 100.000 umso mehr

Erlangen, 1. November 2010. Auch am Theater Erlangen soll gespart werden. Dies geht aus einem Interview hervor, dass die Nürnberger Nachrichten mit der Intendantin Katja Ott geführt haben. Wenn es nach Erlangens Kämmerer geht, soll das Theater 100.000 Euro weniger bekommen, was einem Zehntel des künstlerischen Produktionsetas gleichkommt. Denn 2,1 Millionen des Jahresetats von insgesamt 3,1 Millionen sind feste Personalkosten. "Da ist noch kein Gastregisseur, kein Gastschauspieler, kein Bühnenbildner dabei", erklärt Ott in dem Interview. Vergleichsweise sei der Anteil der fixen Personalkosten (65 Prozent) noch niedrig, andere Häuser hätten 75 oder 85 Prozent. Bei den Sach- und Betriebskosten könne nicht mehr gespart werden, die einzig variablen Bereiche seien die Produktions- und Gastspielkosten.

Intendanz des Theaters Vorpommern neu ausgeschrieben

Fusion vorerst vom Tisch

30. Oktober 2010. Wie die Ostseezeitung in der vergangenen Woche gemeldet hat, wird die künstlerische Leitung des Theaters Vorpommern neu ausgeschrieben. Darauf haben sich der Ostseezeitung zufolge die Gesellschafter des Theaters, die Hansestädte Greifswald und Stralsund sowie der Landkreis Rügen verständigt. Die Theaterleitung soll bis April 2011 neu besetzt sein. Die zum 31. Dezember 2010 auslaufenden Verträge der jetzigen Geschäftsführer Rainer Steffens und Hans-Walter Westphal werden noch einmal bis dahin verlängert, schreibt das Blatt. Damit scheinen auch die Fusionspläne mit der Theater GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz vorerst vom Tisch zu sein.

(sle)

 

 

Demonstrationen für den Erhalt des Thalia Theaters in Halle und Leipzig

Schafft euch selber ab!

Halle, 27. Oktober 2010. Jetzt geht's los: Nach seinen schriftlichen Interventionen auf nachtkritik.de hat der Dramatiker und Regisseur Dirk Laucke für heute 14.30 Uhr zu einer Jubelkundgebung auf dem Marktplatz in Halle aufgerufen. Wie die Süddeutsche Zeitung meldet, laute sein ironischer Appell "Schluss mit dem sinnlosen Stellenerhalt! Schafft euch selber ab!". In Leipzig solidarisiert sich das Theater der Jungen Welt mit den Hallensern und will zeitgleich auf dem Lindenauer Markt einen Solidaritätsumzug in Maske und Kostüm veranstalten.

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