meldungen

Finanzstreit um Wiener Schauspielhaus

Explodierte Verbindlichkeiten

16. Januar 2011. Einem Bericht der Wiener Tageszeitung Der Standard zufolge ist das Wiener Schauspielhaus überschuldet. Dies gehe aus einem Bericht des Kontrollamts der Stadt Wien hervor. Zwischen 2006 und 2009 hätten sich, so das Kontrollamt, die Umsatzerlöse des Theaters von 463.648 auf 212.713 Euro um mehr als die Hälfte verringert, während die Personalkosten von 743.607 Euro auf 1,24 Millionen gestiegen seien. Und dies, obwohl 2007 bei Umwandlung des zuvor als Kooperationshaus betriebenen Schauspielhauses in ein Autorentheater durch den neuen Leiter Andreas Beck ein ungeheurer Werbeaufwand betrieben worden sei.

Ärger mit Aschenputtel in Kamtschatka

In Russland gehen die Uhren anders

13. Januar 2011. Wie die Webseite von RIA novosti meldet, sorgt ein Skandal in der Region Kamtschatka "für Aufsehen in ganz Russland: Die Provinzverwaltung will in einem Schauspiel über Aschenputtel subversive Anspielungen auf eine umstrittene Kreml-Initiative entdeckt haben."

Den Skandal ausgelöst hatte ein Blog-Beitrag von Michail Maschkowzew, des früheren Gouverneurs von Kamtschatk. In den Silvesterferien habe das Schauspielhaus eine Aufführung über die Abenteuer von Aschenputtel aufgeführt. "Im Märchen stellt der König die Uhr zurück, damit das Aschenputtel den Ball nicht verlässt. Und auf Kamtschatka ließ der Gouverneur kürzlich ebenfalls die Uhren zurückstellen, um Moskau näher zu werden, was auf Massenproteste der Bevölkerung stieß. Vor diesem Hintergrund löste die Szene im Schauspiel heftigen Beifall aus."

Christoph Marthaler erhält Hans-Reinhart-Ring

Hohe Ring-Ehren

Basel, 10. Januar 2011. Wie die Basler Zeitung (10.1.2011) meldet, wird Christoph Marthaler für die "kreative Originalität seines Schaffens und die grosse Resonanz auf der internationalen Bühne" mit dem Hans-Reinhart-Ring von der in Basel ansässigen Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur ausgezeichnet. Der Ring gilt als höchste Auszeichnung des Schweizer Theaterbetriebs und wird seit 1957 jährlich verliehen.

Intendant & Kaufmännischer Direktor gesucht, Kündigungen angedroht bei der Theater Vorpommern GmbH

Drohender Kahlschlag

8. Januar 2011. Gestern Spätnachmittag kündigte der Aufsichtstrat der Theater Vorpommern GmbH in einer schriftlichen Erklärung überraschend an, "Personalmaßnahmen zu prüfen". Das berichtet die Ostsee-Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Aufsichtsratschef Eckehard Nitschke (CDU) habe auf Nachfrage klargesellt, dass er Kündigungen als eine Möglichkeit betrachte, um die Kosten in den Häusern zu senken. Den Beschäftigten seien die Einschnitte am Donnerstag auf einer Betriebsversammlung angekündigt worden.

Gertrud-Eysoldt-Ring 2011 für Kirsten Dene und Alexander Khuon

Starke Präsenz und nachhaltige Wirkung

7. Januar 2011. Wie die Akademie der Darstellenden Künste bereits im Dezember bekannt gab, wird der Gertrud-Eysoldt-Ring in diesem Jahr anlässlich der 25. Verleihung zweimal vergeben, und zwar an Schauspielerin Kirsten Dene (Jahrgang 1943) und an den Schauspieler Alexander Khuon (Jahrgang 1979) ausgezeichnet.

Landesbühnen Sachsen suchen neuen Intendanten

Stelle frei!

Radebeul, 5. Dezember 2010. Die Landesbühnen Sachsen suchen einen neuen Intendanten. Wie Theater der Zeit meldet, erfolgt die Neubesetzung im Zusammenhang mit der geplanten Umstrukturierung vom Staatsbetrieb in eine Rechtsform des Privatrechts.

Freiburger Haushaltsloch gefährdet notwendige Theatersanierung

Warten bis die Baupolizei einschreitet?

2. Januar 2011. Einem Bericht der Badischen Zeitung zufolge hat der Freiburger Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach in der letzten Kulturausschußsitzung des Jahres drastische Sparmaßnahmen angekündigt. Das kommunale Haushaltloch von 100 Millionen Euro bedroht der Badischen Zeitung zufolge auch die bereits beschlossene und dringend notwendige Sanierung der Bühnentechnik. Die Sanierung des maroden Apparats jedoch könne aus Sicht des kaufmännischen Direktors des Theaters Klaus Engert auf keinen Fall um weitere zwei oder drei Jahre verschoben werden.

Das irakische Bildungsministerium verbietet Theater- und Musikstudium

Unter dem Druck religiöser Parteien

1. Januar 2011. Das irakische Bildungsministerium hat den Meldungen verschiedener Medien zufolge der Fakultät der Schönen Künste der Universität Bagdad verboten, ab 2011 Theaterkunst und Musik zu unterrichten. "Das bedeutet den Tod für uns", zitiert das Deutschlandradio den stellvertretenden Dekan der Universität Falah al-Mussadi. Das Ministerium habe diese Entscheidung unter dem Druck religiöser Parteien getroffen, die das Land ins Mittelalter zurückbringen wollten. Professoren und Studenten der Universität befürchten einem Bericht der Nachrichtenplattform alarabiya.net zufolge, das Verbot könnte bald auch auf andere Sparten wie Fotografie, Regie, Bildhauerei und Malerei ausgedehnt werden.

(sle)

 

Junges Theater Göttingen ab 1.1. mit neugegründeter Unternehmensgesellschaft

Neustart mit ausgelagerter Buchhaltung

Göttingen, 31. Dezember 2010. Bereits im November ist die Unternehmergesellschaft (UG) "Neues Junges Theater Göttingen" gegründet worden, die ab Januar 2011 den Theaterbetrieb fortführen wird. An der inhaltlichen Arbeit solle sich zunächst nichts ändern, berichtet das Göttinger Tageblatt, in der Führungsspitze allerdings schon. Die Diplomkauffrau Miriam Winterstein, die eine Hausverwaltung leitet, übernimmt die kaufmännische Geschäftsführung des Theaters. Auch der Aufsichtsrat ist neu besetzt. Zum Vorsitzenden des Gremiums wurde der CDU-Politiker Harald Noack gewählt ingesamt gehören sieben Personen zum Aufsichtsrat.

Peter Stein springt am Berliner Ensemble kurzfristig als Kleists Gerichtsrat Walter ein

Von jetzt auf gleich

Berlin, 30. Dezember 2010. Wie das Berliner Ensemble mitteilt, wird der Regisseur Peter Stein in vier Vorstellungen seiner Inszenierung Der zerbrochne Krug mit Klaus Maria Brandauer in der Rolles des Dorfrichter Adam selbst als Gerichtsrat Walter auf der Bühne stehen. Stein springt der Erklärung des BE zufolge "von jetzt auf gleich" für den Schauspieler Martin Seifert ein, der in Steins Inszenierung seit der Premiere im September 2008 schon weit über hundert Mal den Gerichtsrat verkörpert hat.

Hans-Jürgen Drescher wird neuer Leiter der Ludwigsburger Theaterakademie

Ein Theatermann mit klassischer Ausbildung

27. Dezember 2010. Der langjährige Leiter des Suhrkamp Theater- und Medienverlags Berlin, Hans-Jürgen Drescher, wird einer Mitteilung des baden-würtembergischen Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst zufolge die Nachfolge von Wolfgang Bergmann als Leiter der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Würtemberg in Ludwigsburg antreten. Bergmann, der auch Leiter des ZDF-Theaterkanals ist, war im Herbst 2010 zurückgetreten (nachtkritik.de meldete). Mit Drescher übernehme ab Sommer 2011 ein Theatermann mit "klassischer Ausbildung" die Geschäftsführung, zitierte ein Bericht der Stuttgarter Zeitung kurz vor Weihnachten den Staatssekretär im Kulturministerium Dietrich Birk (CDU).

Volksschauspieler Jens Scheiblich ist tot

Schweigen im Treppenhaus

27. Dezember 2010. Der Volksschauspieler Jens Scheiblich ist tot. Wie die Welt berichtet, starb das langjährige Ensemble-Mitglied des Hamburger Ohnsorg-Theaters nach schwerster Krankheit im Alter von 68 Jahren. Zu seinen Bühnenpartnern gehörten Volkstheater-Stars wie Heidi Kabel und Heidi Mahler, zu den Stücken "Tratsch im Treppenhaus" und "Twee as Katt un Hund" ("Sonny Boys").

Götz George wird seinen Vater Heinrich George spielen

Einen Freispruch erwirken

26. Dezember 2010. Einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag zufolge wird Götz George in einer ARD-Produktion seinen Vater, den Schauspieler Heinrich George spielen. Er habe, so der 72jährige in dem Gespräch, dem Projekt erst nach langem Überlegen zugestimmt. "Der Film bietet die Möglichkeit, für meinen völlig zu Unrecht beschuldigten Vater, der immer als NS-Darsteller hingestellt wurde, durch Zeitzeugen einen Freispruch zu erwirken", sagte Götz George der SZ.

Unbekanntes Brecht Foto aufgetaucht

Als Mozart verkleidet

23. Dezember 2010. In ihrer heutigen Ausgabe präsentiert die Süddeutsche Zeitung ein bisher unbekanntes Brecht-Foto, das den jungen Autor, der sich sonst gern in Ledermantel oder Boxerposen ablichten ließ, mit Mozartperücke und in Rokoko-Outfit zeigt. Im Arm (und ebenfalls in Perücke und Rokokorobe) die damalige Freundin Paula Banholzer, aus deren Besitz der SZ zufolge das Foto auch stammt.

(sle)

 

Thomas Oberender wird Intendant der Berliner Festspiele

Von Salzburg nach Berlin

Berlin, 21. Dezember 2010. Einer Meldung der Salzburger Festspiele zufolge wird Thomas Oberender, ihr scheidender Schauspieldirektor, im Januar 2012 Joachim Sartorius als Intendanten der Berliner Festspiele ablösen. Sartorius scheidet zum Jahresende 2011 aus Altersgründen aus. Der Aufsichtsrat der Berliner Festspiele habe sich heute für den 44jährigen Oberender entschieden.

Das Thalia Theater Halle ist doch noch nicht gerettet

Der Fall ist kompliziert

20. Dezember 2010. Noch ist das Thalia Theater Halle nicht gerettet, denn noch sind die Haustarifverträge für die Bühnen der Stadt Halle nicht unterschrieben, hat der Geschäftsführer der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, Rolf Stiska, nach Informationen des MDR gesagt; genauere Gründe nannte er nicht.

Oberhausen denkt laut über eine Schlingensief-Straße nach

Daran führt kein Weg vorbei

17. Dezember 2010. Einem Bericht des NRW-Portals "Der Westen" zufolge denkt man in Oberhausen darüber nach, den Altmarkt in Christoph-Schlingensief-Strasse umzubenennen. Zumindest im Freundeskreis des Theaters Oberhausen, dessen Vorsitzender Gerd Lepges dem verstorbenen Künstler damit ein Denkmal in der Stadt setzen will, wie "Der Westen" berichtet. Denn am Oberhausener Altmarkt wuchs Schlingensief auf, hier befand sich auch die Apotheke seiner Eltern.

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