meldungen

Protest gegen rechtsnationale Kulturbarbarei in Ungarn

Auf der rechtsextremen Abschussliste

Budapest, 16. Dezember 2010. Wie bereits gemeldet, spitzt sich die (kultur-)politische Situation in Ungarn weiter zu. Nachdem kulturelle Institutionen offen dazu aufgefordert wurden, die ungarische Nation positiv darzustellen, den Off-Theatern das Aus droht und bereits eine anonyme Liste von "Juden, Bolschewiken und Homosexuellen" im ungarischen Kulturleben lanciert wurde (das New Yorker Stadtmagazin Time Out etwa berichtet hier), zielen weitere Aktionen gegen einzelne liberale Kultur-Köpfe.

Schauspieler Günter Grabbert ist tot

Lex Barkers Stimme

Leipzig, 16. Dezember 2010. Günter Grabbert ist tot. Wie die Leipziger Volkszeitung meldet, verstarb der bekannte Schauspieler an den Folgen eines Herzinfarktes. Am 15. Januar 2011 wäre Grabbert 80 Jahre alt geworden.

Das Deutsche Schauspielhaus Hamburg meldet erfreuliche Zahlen und verhandelt möglicherweise mit Stefanie Carp und Karin Beier über die Zukunft

Auf den Flügeln des Protests

Hamburg, 16. Dezember 2010. Spitzenwerte in der Krise: Wie unter anderem die Welt meldet, haben in den ersten vier Monaten der aktuellen Spielzeit rund 118 000 Zuschauer die Vorstellungen des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg besucht. Das sei das beste Ergebnis seit der Spielzeit 1993/94, teilte das Theater mit.

Defizit am Stadttheater Bern trotz wachsender Zuschauerzahlen

Das Musiktheater ist schuld

Bern, 14. Dezember 2010. Das Stadttheater Bern verzeichnet bei den Publikumszahlen einen leichten Zuwachs. Doch die Situation bleibe desolat, weil das Musiktheater, die ökonomisch wichtigste Sparte, massiv Zuschauer verloren hat, berichtet Brigitta Niederhauser (Der Bund, 14.12. 2010). Mit fast 600 000 Franken im Minus schloss das Betriebsjahr 2009/10 ab; damit verzeichnet das Theater nach vier Geschäftsjahren mit schwarzen Zahlen erstmals wieder ein Defizit. Verantwortlich für dieses negative Ergebnis sei das Musiktheater, das einen empfindlichen Publikumsverlust hinnehmen musste.

Das Theater Augsburg baut sein Führungsteam um

Vernetzung

Augsburg, 14. Dezember 2010. In ihrem vierten Jahr als Intendantin am Augsburger Theater baut Intendantin Juliane Votteler ihr Führungsteam grundlegend um, berichtet die Süddeutsche Zeitung (14.12.2010). Anlass ist der Weggang des Operndirektors Ralf Waldschmidt, der zur Spielzeit 2011/2012 Intendant am Theater Osnabrück wird. Für ihn hat Votteler Katharina John, derzeit stellvertretende Chefdramaturgin an der Deutschen Oper Berlin, als neue Chefdramaturgin und Geschäftsführerin des Musiktheaters sowie Tilmann Böttcher als Musikdramaturg und Chefdirigenten-Assistent von der Musikakademie Schloss Weikersheim engagiert.

Bundeskongress der Freien Darstellenden Künstler: Einrichtung einer Geschäftsstelle in 2011

Neue Impulse für die Freie Szene

Stuttgart, 12. Dezember 2010. Vier Tage lang hatten sich 300 Tanz- und Theaterschaffende aus ganz Deutschland zum erstem Bundeskongress der Freien Darstellenden Künstler im Stuttgarter Theaterhaus getroffen, um die Zukunft der Freien Szene strategisch zu gestalten und ihrem Bundesverband der Freien Theater konkrete Arbeitsaufträge mit auf den Weg zu geben. Ein immens wichtiger Schritt zur Selbstprofessionalisierung des bislang stark auf ehrenamtliches Engagement angewiesenen Verbandes sei die Einrichtung einer nationalen Geschäftsstelle im Berliner Künstlerquartier Bethanien ab 2011, gab man heute zum Abschluss bekannt.

Deutscher Bühnenvereins warnt vor den Risiken von Theater- und Orchesterfusionen

Synergie-Effekte werden überschätzt

10. Dezember 2010. Der Deutsche Bühnenverein hat vor falschen Erwartungen und Fehleinschätzungen bei Theater- und Orchesterfusionen gewarnt. Beim Festhalten eines bestehenden künstlerischen Angebots zweier Theater entstünden so gut wie keine Kostenentlastungen, teilte der Deutsche Bühnenverein am Freitag in Köln mit. Da alle Beteiligten nur bei einem garantierten Fortbestand der vorhandenen Arbeitsplätze einer Fusion zustimmten, werde die Einsparung von Kosten derart zeitlich nach hinten verlagert, dass eine kurz- oder auch nur mittelfristige Kostenentlastung ausgeschlossen ist. Der dann stattfindende Personalabbau führe zu erheblichen Angebotseinschränkungen, was Fusionen für die Zuschauer unattraktiv mache, erklärte der Verwaltungsrat des Deutschen Bühnenvereins, der am Donnerstag in München getagt hat.

Neue Mitglieder der Akademie der Künste in der Sektion Darstellende Kunst

Die die Kunst ihrer Zeit prägen

Berlin, 9. Dezember 2010. Die Choreographin und Leiterin der Tanzkompanie Rosas Anne Teresa De Keersmaeker, der Schauspieler André Jung (Münchner Kammerspiele), der Dramatiker und Grips-Theater-Leiter Volker Ludwig, der Regisseur und Münchner-Kammerspiele-Intendant Johan Simons und die Schauspielerin Angela Winkler sind neue Mitglieder der Akademie der Künste in Berlin. Wie die Akademie bereits am vergangenen Freitag bekannt gab, haben die auf der Herbst-Mitgliederversammlung am 6./7. November in die Sektion Darstellende Kunst Gewählten ihre Wahl mittlerweile angenommen.

Hans Otto Theater Potsdam bekommt mehr Geld

Ensemble kostet mehr als Stars

Potsdam, 9. Dezember 2010. Wie die Freie Presse aus Chemnitz mit Bezug auf die Nachrichtenagentur dapd meldet, wird das Hans Otto Theater in Potsdam noch im laufenden Jahr mit 200.000 Euro zusätzlich von der Stadt Potsdam gefördert werden. Einer entsprechenden Vorlage stimmte der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung am Mittwochabend zu. Die zusätzliche Finanzierung sei nötig, um die Liquidität des kommunalen Unternehmens für den Rest des Jahres zu erhalten, habe die Kulturbeigeordnete der Stadt, Iris Jana Magdowski (CDU), zur Begründung gesagt. Das Theater habe in diesem Jahr mit Einnahmeausfällen zu kämpfen.

Die Stadt Aachen bittet ihre Bürger um Sparvorschläge

Entscheiden Sie!

Aachen, 8. Dezember 2010. Auf Antrag der CDU und der Grünen sollen die Bürger der Stadt Aachen über Sparvorschläge diskutieren, schreibt die Aachener Zeitung (8.12.2010). Ab 18. Januar soll es "für drei bis vier Wochen" ein Forum im Internet geben. Dort könne man sich anmelden und die Sparvorschläge bewerten. Die Verwaltung werde die Ideen erklären und Pro- und Kontra-Argumente sowie konkrete Zahlen auflisten.

Berlin fördert Dieter Hallervordens Schlosspark Theater

Die Lottofee lässt grüßen

Berlin, 7. Dezember 2010. Wie die Berliner Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe (7.12.2010) schreibt, wird auch das Schlosspark Theater in Berlin-Steglitz in Zukunft Geld vom Berliner Senat erhalten. 1,2 Millionen Euro für die nächsten beiden Jahre bekommt Theaterchef Dieter Hallervorden aus Lottomitteln.

Ungarischer Kritikerverband befürchtet wachsende staatliche Medien- und Kunstkontrolle

Pornografisch, obszön, antiungarisch

4. Dezember 2010. Das amerikanische NGO-Kommunikationsnetz tmuny.org hat einen Brandbrief veröffentlicht, in dem der Verband der Theaterkritiker Ungarns Befürchtungen vor wachsenden staatlichen Repressionen äußert und vor Versuchen der Einflußnahme auf Medien und Theater in Ungarn warnt.

Thalia Theater Halle bleibt im Verbund der Bühnen Halle

"Das ist der Auftrag, den ich Frau Hahn erteilen werde."

4. Dezember 2010. Das vor der Schließung gerettete Thalia-Theaters Halle wird einem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung zufolge auch künftig der Halleschen Theater, Oper und Orchester GmbH angehören. "Eine Herauslösung des Kinder- und Jugendtheaters, wie sie sich die Intendantin Annegret Hahn wünscht, kann und wird es nicht geben", zitiert das Blatt den Geschäftsführer der GmbH, Rolf Stiska.

Kulturraumgesetz Sachsen: strategische Neuausrichtung für Intendant Roland May nicht hinnehmbar

Kehrtwende um 180 Grad

Plauen/Zwickau, 3. Dezember 2010. Bevor im Sächsischen Landtag am 15. Dezember über das Haushaltsbegleitgesetz und damit wahrscheinlich über die Zusammenstutzung des sächsischen Kulturraumgesetzes entschieden wird (mehr dazu hier), hat Roland May, der Generalintendant des Theaters Plauen-Zwickau in einem Offenen Brief an die Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Sabine von Schorlemer appelliert, diese strategische Neuausrichtung noch einmal zu überdenken. Schorlemer hatte die Veränderungen gestern in der Leipziger Volkszeitung angekündigt.

Finanzielle Probleme am Hans Otto Theater Potsdam

"Nicht zufrieden" mit Eigeneinnahmen

Postdam, 2. Dezember 2010. Das von Tobias Wellemeyer geleitete Potsdamer Hans Otto Theater steckt offenbar in großen finanziellen Problemen. Wie die Potsdamer Neuesten Nachrichten mitteilen, sollen die Potsdamer Stadtverordneten am 8. Dezember über eine "überplanmäßige" Summe von 200 000 Euro entscheiden, die das Haus in diesem Jahr zusätzlich benötige: "Den Betrag habe die Geschäftsführung ermittelt, um die 'Zahlungsfähigkeit' im Dezember aufrechterhalten zu können.

Deutscher Bühnenverein antwortet auf die Kritik von Bundestagspräsident Norbert Lammert

Mehr Grandezza bitte

Köln, 30. November 2010. Nachdem Bundestagspräsident Norbert Lammert den Deutschen Bühnenverein gestern für das "Fernseh-Unterhaltungsformat" der "Faust"-Preisverleihung in einem Offenen Brief scharf kritisiert hatte, antworteten nun die Kritisierten wiederum in einem Offenen Brief. Klaus Zehelein (Präsident des Deutschen Bühnenvereins) und Rolf Bolwin (Geschäftsführender Direktor) werfen Lammert vor, die Veranstaltung bereits nach etwa einer Stunde wieder verlassen zu haben und sich sein Urteil deshalb nur auf "fragmentarischer Grundlage" bilden zu können.

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