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Begriff Definition
Stadttheaterdebatte

Stadttheaterdebatte. In der Artikel- und Interviewserie zur "Zukunft des Stadttheaters" – kurz Stadttheaterdebatte – schreiben auf nachtkritik.de Theatermacher*innen wie auch Theaterbeobachter*innen über die Gegebenheiten und Veränderungsmöglichkeiten der deutschsprachigen Theaterlandschaft.

Im weltweiten Vergleich gilt die deutschsprachige Theaterlandschaft mit ihrer Vielzahl an öffentlich geförderten Theatern noch immer als einzigartig. Hervorgegangen aus den Hoftheatern des 18. und 19. Jahrhunderts und privaten bürgerlichen Theatern hat sich das Stadttheater im 20. Jahrhundert zu einer zentralen Stätte der Repräsentation, Vermittlung und Befragung von urbanen bürgerlichen Existenzbelangen entwickelt.

Die Institution Stadttheater – zu der im weiten Sprachgebrauch auch die auf Landesebene mitgeförderten Staats- und Landestheater gerechnet werden – operiert mit einem großen Apparat an festangestelltem Personal, durch den ein umfangreicher Ensemble- und Repertoirebetrieb ermöglicht wird. Inwieweit dieses traditionsreiche System den künstlerischen und sozialen Ansprüchen der Gegenwart genügt und in welchem Konkurrenz- oder Austauschverhältnis es zur großen, vornehmlich projektbezogen geföderten Freien Szene steht, wird auf nachtkritik.de in der Stadttheaterdebatte diskutiert.

Beiträge zur Stadttheaterdebatte auf nachtkritik.de:

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters I: Dem Stadttheater ist noch zu helfen – zu Positionen der Freien Szene, von Matthias von Hartz (6/2011)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters II: Die Funktion des Stadttheaters – zum Theater in der Netzgesellschaft, von Ulf Schmidt (7/2011)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters III: Geburt des Autors aus dem Nachspielen – zu Neuer Dramatik im Repertoirebetrieb, von Ute Nyssen (8/2011)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters IV: Kraftzentren im Dickicht der Städte – Stadttheater als kommunaler Diskursmotor, von Torsten Jost und Georg Kasch (9/2011)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters V: Tendenzieller Fall der Legitimitätsrate – Ein Brief zum Arbeitsbuch "Heart of the City. Recherchen zum Stadttheater der Zukunft", von Nikolaus Merck (10/2011)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters VI: In den Städten finden Kämpfe statt – Dirk Pilz und Christian Rakow sprechen mit dem Intendanten des Deutschen Theaters Ulrich Khuon (10/2011).

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters VII: Wer sich dauernd rechtfertigt, wird infrage gestellt – Marion Tiedtke zum Überleben der Theater als Ort der Kunst (1/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters VIII: Auf dem Weg zum agilen Theater – Ulf Schmidts Vortrag zum "nächsten Theater" (2/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters IX: Bloß keinen Fisch essen – Tobi Müller über die angebliche Offenheit der Stadttheater (2/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters X: Domestizierte Kreativität – Frank Krolls Verleger-Replik auf Ulf Schmidts Thesen zur Agilisierung des deutschen Theatersystems (3/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XI: Wäre das schlimm? – Bernd Stegemann plädiert für das Künstlertheater (3/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XII: Ändere die Welt, nicht das Theater – Klaus Völker über das Regisseursprojektetheater (5/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XIII – Offener Brief. Mannheimer Schauspielintendant Burkhard C. Kosminski fordert den Solidaritätszuschlag für die Kultur umzuwidmen (6/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XIV: Wer in der milchglasigen Käseglocke sitzt ... – Peter Grabowskis Antwort auf Burkhard C. Kosminskis Forderung nach einem Solidaritätszuschlag für Kultur (6/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XV: Denkt unökonomisch! – Der Heidelberger Intendant Holger Schultze plädiert für das Theater als nicht-interessengesteuerten Schutzraum (6/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XVI: Reißt die Mauern der Tradition ein! – Die Theater müssen erst ihre Kunstfreiheit zurückerlangen, um überhaupt zukunftsfähig zu sein, findet Matthias Weigel (10/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XVII – Wir müssen die alten Texte festhalten, indem wir sie loslassen, sagt der Dortmunder Dramaturg Alexander Kerlin

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XVIII – Über die Wiedergeburt des Theaters aus der Rhetorik des Digitalen von Ulf Otto (10/2014)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XIX – Über Gegenwartsdramatik und ein Theater jenseits des Mittelguten von Robin Detje (1/2015)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XX – Das Ensembletheater? Nur noch romantische Erinnerung! von Matthias Weigel (4/2015)

Debatte um die Zukunft des Stadttheates XXI – Warum Ensembletheater tragende Säulen der deutschsprachigen Theaterlandschaft sind schreibt Thomas Bockelmann, Intendant des Staatstheaters Kassel (5/2015)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXII – Teamleitungen als Chance für reaktionsschnelle und lernfähige Theaterhäuser von Esther Boldt (6/2015)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXIII – Die Dramaturgin Sabine Reich fordert das Theater dazu auf, seinen gymnasialen Habitus abzulegen von Sabine Reich (9/2015)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXIV – Einwurf von Außen: Das deutsche Theater ist nicht so renovierungsbedürftig, wie seine Kritiker behaupten von Holger Syme (10/2015)

Stadttheaterdebatte XXV – Mark Terkessidis plädiert für einen Theaterwandel auf Augenhöhe mit der Öffentlichkeit von Mark Terkessidis (1/2016)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXVI – Das Zeitalter der Dramaturgie von Christian Holtzhauer (1/2016)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXVII – Dramaturg Harald Wolff über Theater als Erfahrungsräume für Demokratie von Harald Wolff (11/2016)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXVIII – Stephanie Gräve und Jonas Zipf zu Leitungsstrukturen an Theatern von Stephanie Gräve und Jonas Zipf (1/2017)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXIX – "Kulturinfarkt"-Co-Autor Dieter Haselbach zum Reformbedarf des deutschen Theatersystems von Dieter Haselbach (1/2017)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXX – Christian Rakow widerspricht Dieter Haselbachs Forderung nach einem Ende des Stadttheatersystems von Christian Rakow (2/2017)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXXI – Der Informierte Künstler – Thomas Schmidt modelliert das neue Mitbestimmungstheater (4/2017)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXXII – Institutionen und Formate im Umbruch. Interview mit dem Intendanten der Berliner Festspiele Thomas Oberender (7/2017)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXXIII – Dirk Pilz fordert bei den Römerberg-Gesprächen in Frankfurt/Main das Ende der selbstverlorenen Betriebsbespiegelung des Theaters (10/2017)

Debatte um die Zukunft des Stadttheaters XXXIV – Necati Öziri argumentiert bei den Römerberggesprächen in Frankfurt am Main für ein politisches Theater neuen Typus (11/2017)

Ist das Stadttheater auch dezentral zu denken? Silvia Stolz, Intendantin des Stadeum, über kulturelle Vielfalt in der Fläche (9/2019)

Texte aus dem Umfeld der Stadttheaterdebatte auf nachtkritik.de:

Plädoyer für ein populäres Theater – gegen Nischendenken, von Stefan Keim (11/2007)

Der Traum von der Tabula rasa – zur Wiedergeburt des Stadttheaters aus dem Geist der Freien Szene beim Impulse Festival, von Dorothea Marcus (12/2007)

Es muss auch ohne Video gehen – über das Theater in Zeiten der Finanzkrise, Gespräch mit Ludwig von Otting, kaufmännischer Geschäftsführer des Thalia Theaters Hamburg (4/2009)

15 Versuche für die Zukunft des Theaters – zum Festival Impulse und den Positionen der Freien Szene, von Matthias von Hartz und Tom Stromberg  (11/2009)

Die Verschwörung der Heuchler – über das Stadttheater im Zeitalter seiner Beschleunigung, von Michael Eberth (9/2010)

Frieren fürs Migrantenprojekt? – zu Interkulturalität und Stadttheater, von Jürgen Reuß (1/2011)

Migranten spielen auf den Sprechbühnen keine Rolle – zu Interkulturalität und Stadttheater, von Özgür Uludag (5/2011)

Raus in die Stadt – aber wie? – zur Situation der Stadttheater in NRW, von Sarah Heppekausen (6/2011)

Kommentar zur Debatte um die Spielplanabstimmung des Thalia Theaters, von Georg Kasch (12/2011)

Videointerview mit Carl Hegemann zu den Ergebnissen der Thalia-Spielplanabstimmung, von Matthias Weigel (12/2011)

Buchrezension: "Der Kulturinfarkt" – vier Kulturpolitiker wollen die Kulturlandschaft umkrempeln, von Nikolaus Merck (3/2012)

Presseschau: "Der Kulturinfarkt" (3/4/2012)

Zur "Kulturinfarkt"-DebatteDer Angriff der Neoliberalen auf die Kulturförderung der öffentlichen Hand, von Matthias Burchardt (4/2012)

Theater als GmbH – Was aus dem einstigen Heilsversprechen geworden ist von Stefan Rosinski (3/2013)

Stuttgarter Rede zur Zukunft der Kultur von Heiner Goebbels (5/2013)

Warum wir eine Unternehmensethik für das Theater brauchen von Daniel Ris (6/2013)

Die Zukunft des Theaters von Thomas Ostermeier (7/2013)

Abschiedsrede zur Schließung des Wuppertaler Schauspielhauses von Christian von Treskow (7/2013)

Bekommt das Stadttheater noch mit, wie sich Gesellschaft verändert? – Wie das Theater Freiburg nach neuen Wegen sucht, von Jürgen Reuß (9/2013)

Über ein Theater der Nationen von Johan Simons (10/2013)

Wem gehört das Theater? – über ein Theater der Teilhabe von Björn Bicker (10/2013)

Das Wirtschaftsmagazin brand eins über das deutsche Stadttheater am Beispiel des Thalia Theaters Hamburg (Presseschau vom 5. September 2014)

Das Monatsmagazin Cicero schaut sich in der kriselnden deutschen Theaterlandschaft um (Presseschau vom 6. September 2014)

Selam Opera! Der Sammelband erzählt aufschlussreich von Diversity im Opern- und Kulturbetrieb (Buchbesprechung 11/2014)

Im Tagesanzeiger plädieren Christoph Fellmann und Andreas Tobler für eine gründliche Reform der Schweizer Theaterlandschaft (Presseschau, 16. Dezember 2014)

Zeiten der Selbstermächtigung – Über die Situation des Feuilletons, des Theaters und der Theaterkritik unter den Bedingungen des digitalen Epochenwechsels ein Vortrag von Esther Slevogt (12/2014)

Offener Brief zur Krise der Mehrspartenhäuser und des Theaters Plauen-Zwickau (4/2015)

Wie sich das politische Theater selbst betrügt – Ein Zwischenruf von nachtkritik.de-Redakteur Michael Wolf (11/2016)


Siehe auch: Hildesheimer Thesen, Internet & Theater

Stanev, Ivan

Ivan Stanev, 1959 im bulgarischen Varna geboren, ist Regisseur, Autor und Filmemacher.

Stanev studierte Philosophie und absolvierte an der Hochschule für Schauspiel, Regie und Theaterwissenschaft in Sofia ein Regiestudium. 1989 kam Stanev mit der Schauspielerin Jeanettte Spassova aus Sofia nach Berlin, wo er ein freies Theaterensemble gründete, dem von 1989–1993 u. a. auch Barbara Bürk angehörte. Auf Stanevs Anregung hin kam Anfang der 1990er Jahre auch Samuel Finzi nach Deutschland.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Ivan Stanev:

Rustschuk - Die geretten Zunge am Theater Osnabrück (1/2011).

Link:

www.ivanstanev.com

Steckel, Frank-Patrick

Frank-Patrick Steckel, geboren am 10. Februar 1943 in Berlin, ist Theaterregisseur und war von 1986 bis 1995 Intendant des Schauspielhauses Bochum.

Frank-Patrick Steckel studierte Kunstgeschichte in Hamburg und begann als Regieassistent an der damals von Claus Peymann geleiteten Studiobühne der Universität Hamburg. Ein erstes Engagement als Regisseur erhielt Steckel bei Ida Ehre an den Hamburger Kammerspielen. Er gehörte zu der Gruppe von Theaterleuten um Peter Stein, die 1970 die Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin übernahmen. Dort inszenierte er gemeinsam mit Peter Stein auch die erste Arbeit der neuen Truppe, Bertolt Brechts "Die Mutter" mit Therese Giehse in der Hauptrolle.

Unter dem Intendanten Arno Wüstenhöfer war Steckel von 1978 bis 1981 Oberspielleiter am Schauspiel des Bremer Theaters, 1986 wurde er Claus Peymanns Nachfolger als Intendant am Bochumer Schauspielhaus, das er gemeinsam mit der Choreographin Reinhild Hoffmann leitete. 1995 wurde Leander Haussmann sein Nachfolger.

Seit 1995 arbeitet Steckel wieder als freier Regisseur und inszenierte zuletzt auch wieder am Theater Bremen und dem Theaterlabor Bremen. Darüber hinaus übersetzt er Stücke von Shakespeare und Molière. Für seine Shakespeareübertragungen erhielt der 2013 den Preis der Autoren. Frank-Patrick Steckel ist der Vater der Regisseurin Jette Steckel.

Nachtkritiken zu Inzenierungen von Frank-Patrick Steckel:

Die heilige Johanna der Schlachthöfe am Theater Bremen (2/2008)

Plutos am Theaterlabor Bremen (2/2009)

Macbeth am Theater Bremen (10/2009)

Rein theoretisch am Theaterlabor Bremen (10/2010)

Antworten an Deutschland im Centraltheater Leipzig (5/2011)

Endspiel am Theater Bremen (10/2011)

Texte von Frank-Patrick Steckel auf nachtkritik.de:

Zum Streit um die Verleihung des Deutschen Theaterpreises DER FAUST (12/2019)

Zum Tod von Wolf Redl (1/2011)

Warum ich den Aufruf "Stiftet Aufruhr!" unterschrieben habe (4/2013)

Steckel, Jette

Jette Steckel, 1982 in Berlin geboren, ist Regisseurin.

Jette Steckel ging nach dem Abitur 2001 direkt ans Theater, war Assistentin u.a. an der Schaubühne Berlin, am Burgtheater Wien und am Thalia Theater in Hamburg. Bereits 2002 entstand, in Zusammenarbeit mit Carolin Mader, am Schauspielhaus Bochum eine erste Regiearbeit ("Kreisleriana"). Von 2003 bis 2007 absolvierte Steckel ein Regiestudium in Hamburg. Ihre erste Inszenierung nach Studienabschluss war 2007 Gerettet von Edward Bond. Die Regisseurin stammt aus einer Theaterfamilie. Ihre Eltern sind die Bühnenbildnerin Susanne Raschig und der Regisseur Frank-Patrick Steckel.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Jette Steckel:

Gerettet am Thalia Theater Hamburg (11/2007)

Caligula in der Box des Deutschen Theaters Berlin (9/2008)
(gewann beim Münchner Festival Radikal Jung den Publikumspreis)

Spieltrieb am Kölner Schauspielhaus (4/2009)

Die Welt ist groß und Rettung lauert überall (UA) bei den Salzburger Festspielen (8/2009)

Othello am Deutschen Theater Berlin (11(2009)

Woyzeck am Thalia Theater Hamburg (1/2010)

Don Carlos am Thalia Theater Hamburg (1/2011)

Kleinbürger am Deutschen Theater Berlin (5/2011)

Der Fremde am Thalia Theater Hamburg (10/2011)

Die schmutzigen Hände am Deutschen Theater Berlin (1/2012)

Dantons Tod am Thalia Theater Hamburg (4/2012)

Die Ratten am Thalia Theater Hamburg (1/2014)

Das Spiel ist aus am Deutschen Theater Berlin (3/2014)

Romeo und Julia am Thalia Theater Hamburg (9/2014)

Das weite Land am Deutschen Theater Berlin (12/2014)

Antigone am Burgtheater Wien (5/2015)

Weine nicht, singe an der Staatsoper Hamburg (9/2015)

Kasimir und Karoline – Glauben Lieben Hoffen am Thalia Theater Hamburg (11/2015)

10 Gebote am Deutschen Theater Berlin (1/2017)

Das achte Leben (Für Brilka) am Thalia Theater Hamburg (4/2017)

Ein Volksfeind am Wiener Burgtheater (11/2017)

Der Sturm am Thalia Theater Hamburg (2/2018)

Vor Sonnenaufgang bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen als Koproduktion mit dem Deutschen Theater Berlin (5/2018)

Medea und Jason am Thalia Theater Hamburg (10/2018)

Zeiten des Aufruhrs am Deutschen Theater Berlin (2/2019)

Die Katze und der General am Thalia Theater Hamburg (8/2019)

Stein, Peter

Peter Stein, 1937 als Sohn eines Maschinenfabrikanten in Berlin geboren, ist Theater- und Opernregisseur.

Stein studierte Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt am Main und in München. Nach dem Studium war er an den Münchner Kammerspielen Assistent von Fritz Kortner. Nach einer Zwischenstation in Zürich ging er zu Intendant Kurt Hübner nach Bremen. 1970 kam er als künstlerischer Leiter neben Claus Peymann an die Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer, die 1981 an den Lehniner Platz umzog. Zum Ende der Spielzeit 1984/1985 verließ er die Schaubühne. Von 1991 bis 1997 war er Schauspielchef der Salzburger Festspiele. Für die Expo 2000 in Hannover inszenierte er den kompletten "Faust" von Johann Wolfgang von Goethe, produziert von Tom Stromberg. Berühmt sind auch seine Interviews. Warum das so ist? Ein Erklärungsversuch von Petra Kohse.

Im September 2007 ist Peter Stein in seiner Wallenstein-Inszenierung für den verletzten Klaus Maria Brandauer eingesprungen. Über das Wesen der griechischen Tragödie hat er im Juli 2009 an der Berliner Volksbühne einem Vortrag gehalten. Im Oktober 2010 wurde ihm der Europäische Theaterpreis zuerkannt. 2013 kam der Film Lontano. Die Schaubühne von Peter Stein von dem Dokumentarfilmer Andreas Lewin heraus.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Peter Stein:

Wallenstein in der Neuköllner Kindlhalle (5/2007)

Der zerbrochne Krug am Berliner Ensemble (9/2008)

I Demoni (Die Dämonen) bei den Wiener Festwochen (6/2010)

Ödipus auf Kolonos bei den Salzburger Festspielen (7/2010)

Das letzte Band bei der Stiftung Neuhardenberg und dem Festival Movimentos 3/2013)

Don Carlo bei den Salzburger Festspieln (8/2013)

König Lear am Burgtheater Wien (12/2013)

Fierrabras bei den Salzburger Festspielen (8/2014)

Steinberg, Jörg

Jörg Steinberg, geboren 1963 in Berlin, ist Schauspieler und Theaterregisseur.

Nach der Schule absolvierte Steinberg eine Lehre zum Facharbeiter für Nachrichtentechnik, Spezialisierungsrichtung Vermittlungs- und Signalanlagen, ehe er von 1983 bis 1987 an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" in Berlin studierte. Sein erstes Engagement führte ihn für drei Jahre ans Landestheater Dessau. Nach 1990 arbeitete er mit Jo Fabian zusammen und war als Schauspieler freiberuflich im Theater wie in Film und Fernsehen tätig. Ab 1996 arbeitete Steinberg als freier Regisseur und Autor. Seit 2011 ist er fest engagiert als Hausregisseur und Studioleiter am Neuen Theater in Halle / Saale.

Nachtkritiken zu Arbeiten von Jörg Steinberg

Macbeth mit der Bremer Shakespeare Company (Regie, 4/2007)

War'n zwei Brüder einst in Sachsen am Theater Altenburg (Schauspiel, 6/2009)

Zscherben – Ein Dorf nimmt ab! am Neuen Theater Halle (Autor, 5/2011)

Leben des Galilei am Neuen Theater Halle (Schauspiel, 5/2013)

Dantons Tod am Neuen Theater Halle (Regie, 6/2014)

Ein Volksfeind am Neuen Theater Halle (Regie, 2/2015)

Bornholmer Straße am Neuen Theater Halle (Regie, 11/2015)

Homepagewww.joergsteinberg.de

Steinbuch, Gerhild

Gerhild Steinbuch, 1983 in Mödling geboren, ist eine österreichische Dramatikerin und Übersetzerin.

Steinbuch studierte Szenisches Schreiben am Dramaforum von UniT in Graz und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch".

2003 gewann sie mit "kopftot" den Retzhofer Dramapreis und den Stückewettbewerb der Schaubühne am Lehninger Platz. 2005 wurde sie mit dem Reinhard-Priessnitz-Preis des österreichischen Bundeskanzleramts und dem Literaturförderungspreis der Stadt Graz ausgezeichnet. Im Februar 2008 wurde sie für ihr Stück "Menschen in Kindergrößen", das im Auftrag des Staatstheaters Mainz entstand, mit dem Autorenpreis der 4. Deutsch-Französischen Autorentage ausgezeichnet. In der Spielzeit 2008/2009 war Gerhild Steinbuch Hausautorin des Schauspielhaus Wien. Gerhild Steinbuch unterrichtet am Institut Sprachkunst der Universität für Angewandte Kunst in Wien sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig.

 

Nachtkritiken zu Arbeiten von Gerhild Steinbuch:

Verschwinden oder Die Nacht wird abgeschafft am Staatstheater Mainz (1/2008)

Menschen in Kindergrößen am Staatstheater Mainz (12/2008)

Angst ob wers merkt beim Autorenspektakel Bern (5/2009)

Sleepless in my dreams – Ein Dornröschen-Erweckungskuss am Schauspiel Frankfurt (2/2013) 

Die gelbe Tapete an der Berliner Schaubühne (2/2015) (Übersetzung)

Land der Lämmer (Projekt mit 10 Autoren) am Landestheater Linz (3/2013)

Normarena im Brut Wien (11/2013)

Your Lover forever (Projekt mit 14 Autorinnen) beim Kunstfest Weimar (8/2014)

Ophelias Zimmer an der Berliner Schaubühne (8/2015) (Übersetzung)

Wilhelm Tell bei den Tellspielen Altdorf (8/2016) (Dramaturgie)

Beate Uwe Uwe Selfie Klick am Theater Chemnitz (11/2016) 

Bergeins am Brut Wien (2/2018)

Radikale Akte am Badischen Staatstheater Karlsruhe (4/2018)

Steiof, Franziska

Franziska Steiof, geboren am 24. Oktober 1962 in Offenbach, gestorben am 23. Januar 2014 in Kiel, war eine Theaterautorin und -regisseurin, die vor allem im Kinder- und Jugendtheater arbeitete.

Steiof studierte Theaterpädagogik. Nach der Ausbildung begann sie als Regieassistentin am Theater im Werftpark in Kiel. Später inszenierte sie auch am Schauspiel Hannover, Schauspielhaus Kiel, Düsseldorfer Schauspielhaus, Theater im Zentrum Wien und Deutschen Schauspielhaus Hamburg, ab 2000 regelmäßig am Berliner Grips Theater. 2010 wurde ihre Neuschreibung des Andersen-Märchens "Undine, die kleine Meerjungfrau" zu den Kinderstücken der Mülheimer Theatertage eingeladen, und ihre Grips-Inszenierung "So lonely" mit dem Ikarus-Preis für die beste Berliner Jugendtheaterarbeit 2011 ausgezeichnet. Im Januar 2014 nahm sie sich das Leben (dazu die Meldung auf nachtkritik.de)

nachtkritiken zu Arbeiten von Franzisak Steiof:

Rosa (Co-Autorin zusammen mit Volker Ludwig und Regie) am Grips Theater (11/2008)

Moby Dick (Bearbeitung nach dem Roman von Herman Melville und Regie) am Theater Kiel (10/2010)

Undine, die kleine Meerjungfrau als Gastspiel bei den Mülheimer Theatertagen 2011, besprochen auf der Festivalseite nachtkritik-stuecke2010.de.

Der Schimmelreiter (Bearbeitung nach Theodor Storm, Regie Christoph Schroth) am Theater Neubrandenburg (11/2011)

steirischer herbst

Der steirische herbst ist ein spartenübergreifendes, internationales Festival für zeitgenössische Kunst, das jährlich im September/Oktober in der Steiermark/Österreich stattfindet.

1968 wurde es von dem Grazer Universitätsprofessor, Volkskundler und ÖVP-Politiker Hanns Koren ins Leben gerufen. Das Festival vernetzt Bildende Kunst, Theater, Performancekunst, Film, Literatur, Tanz, Musik, Architektur, Neue Medien und ihre Theorien. Es ist seinem Verständnis nach ein "Festival der Produktionen", das Uraufführungen und Auftragsarbeiten vorstellt. Seit 2006 wird das Festival von Intendantin Veronica Kaup-Hasler geleitet.

Im September 2014 wird der Frankfurter Dramaturg Martin Baasch zum leitenden Dramaturgen des steirischen herbst gekürt, seine Vorgängerin Kira Kirsch übernimmt 2015 das Wiener Produktionshaus brut.

Nachtkritiken zu Inszenierungen beim steirischen herbst:

Time Republik von andcompany&Co. (9/2007)

Traum mit Revolver von Lola Arias (10/2007)

Die Komplex-Nord-Methode von Signa (10/2008)

Biffy und Wutz von Lukas Bärfuss/Noël Dernesch (10/2008)

kollege von niemand von Johannes Schrettle/Mariano Pensotti (10/2008)

Rose is a rose is a rose is a rose von Ivana Sajk/Wunderbaum (10/2008)

Yo en el futuro/ Ich in der Zukunft von Federico León (10/2009)

Tod eines Bankomatkartenbesitzers von & mit Theater im Bahnhof Graz (10/2010)

Stemann, Nicolas

Nicolas Stemann, geboren 1968 in Hamburg, ist Regisseur und designierter Co-Intendant des Zürcher Schauspielhaus.

Er studierte Germanistik und Philosophie an der Universität Hamburg und Schauspieltheater-Regie am Max Reinhardt-Seminar in Wien und an der Theaterakademie in Hamburg bei Jürgen Flimm und Christoph Nel. Während der Ausbildung arbeitete er als Hotel- und Restaurantpianist, als Sänger und Gitarrist. Er inszeniert seit 1995. Das erste Mal überregional bekannt wurde er durch die Inszenierung seiner Terror-Trilogie 1997 ("Antigone" von Sophokles, "Die Möwe" von Tschechow, "Leonce und Lena" von Georg Büchner) auf Kampnagel Hamburg und am Gostner Hoftheater Nürnberg. Die ebenfalls in Nürnberg entstandende Inszenierung "Werther!" nach Goethe (1997) mit Philipp Hochmair spielt bis in die Gegenwart an zahlreichen nationalen und internationalen Theatern.

Stemann wurde mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen, zum ersten Mal 2002 mit seiner Inszenierung von "Hamlet" vom Schauspiel Hannover. Stemann wurde vor allem mit seinen Inszenierungen von Theatertexten Elfriede Jelineks bekannt.

Nicolas Stemann inszeniert regelmäßig am Wiener Burgtheater, dem Deutschen Theater Berlin und dem Thalia Theater Hamburg. Er arbeitet regelmäßig mit der Bühnenbildnerin Katrin Nottrodt, der Kostümbildnerin Esther Bialas und dem Dramaturgen Bernd Stegemann zusammen.

Stemann wurde bisher dreimal (2003, 2005, 2008) für den Nestroy-Theaterpreis und einmal für den Faust-Theaterpreis nominiert.

Simone Kaempf hat sich anhand seiner Wiener Inszenierung von Elfriede Jelineks "Babel" und der Hannoveraner Inszenierung von Kurt Vonneguts "Schlachthof 5" der Dialektik von Erinnern und Verdrängen bei Steman gewidmet. Dirk Pilz untersucht in einem Text zum Verhältnis von Geschichte und Gegenwart auch Stemanns Salzburger Räuber-Inszenierung. Als die Schauspielerin Margit Bendokat 2010 den Berliner Theaterpreis bekam, hielt Stemann die Laudatio. Dann brachte er der Bendokat ein Ständchen. Im November 2012 antwortete Stemann in Wien auf Peter Turrinis Regietheaterschelte im Rahmen der Nestroypreisverleihung.

Im Dezember 2014 nahm Stemann gemeinsam mjit Amelie Deuflhard (Kampnagel), Joachim Lux (Thalia Theater), Dirk Nockemann (AfD Hamburg) und Sieghard Wilm (Pfarrer St. Pauli Kirche) im Anschluss an eine Aufführung der "Schutzbefohlenen" an einer Podiumsdiskussion im Thalia Theater teil, mit dem Thema: Was darf die Kunst? Was darf die Gesellschaft? Der Anlass ist die Strafanzeige der AfD Hamburg gegen Amelie Deuflhard, wegen Verstosses gegen die Aufenthaltsbestimmungen.

"Die Schutzbefohlenen" wird zum Theatertreffen 2015 eingeladen. Anlässlich des dortigen Gastspiels wird heftig über Rassismus, Blackfacing und die Arbeit mit Flüchtlingen diskutiert.

2019 übernimmt Stemann zusammen mit Benjamin von Blomberg die Leitung des Zürcher Schauspielhaus

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Nicolas Stemann:

Don Carlos im Deutschen Theater Berlin (01/2007)

Ulrike Maria Stuart beim Theatertreffen 2007

Über Tiere im Deutschen Theater Berlin (05/2007)

Iphigenie im Thalia Theater Hamburg (09/2007)

Die Räuber bei den Salzburger Festspielen (08/2008)

Urlesung der "Kontrakte des Kaufmanns" am Wiener Burgtheater (03/2009)

Die Kontrakte des Kaufmanns im Kölner Schauspielhaus (04/2009)

Nathan der Weise am Thalia Theater Hamburg (10/2009)

Die heilige Johanna der Schlachthöfe am Deutschen Theater Berlin (12/2009)

La Périchole an der Komischen Oper Berlin (6/2010)

Faust I & II. Eine öffentliche Probe am Thalia Theater Hamburg (10/2010)

Aufhören! Schluss jetzt! Lauter! 12 letzte Lieder am Deutschen Theater Berlin (2/2011)

Die Dreigroschenoper am Schauspiel Köln (3/2011)

Faust 1 & 2 bei den Salzburger Festspielen (7/2011)

Der demografische Faktor am Schauspiel Köln (3/2012)

Gefahr-Bar an der Berliner Schaubühne (12/2012)

Kommune der Wahrheit. Wirklichkeitsmaschine bei den Wiener Festwochen (6/2013)

Rein Gold an der Staatsoper Berlin (3/2014)

Die Schutzbefohlenen beim Festival "Theater der Welt" in Mannheim (5/2014), Gastspiel beim Berliner Theatertreffen 2015

Der Kaufmann von Venedig in den Münchner Kammerspielen (10/2015)

Borgen an der Berliner Schaubühne (2/2016)

Wut an den Münchner Kammerspielen (4/2016)

Der Kirschgarten an den Münchner Kammerspielen (1/2017)

Kein Licht bei der Ruhtriennale (8/2017)

Der Vater an den Münchner Kammerspielen (4/2018)