lexikon

Suche nach Begriffen
Begriff Definition
Gob Squad

Gob Squad ist ein deutsch-britisches Performance-Kollektiv, das sich 1994 an der Nottingham-Trent-Universität zusammenfand. Zu den ständigen Mitgliedern gehören Johanna Freiburg, Sean Patten, Berit Stumpf, Sarah Thom, Bastian Trost und Simon Will. (Freiburg und Stumpf gehören auch zum Stamm von She She Pop).

Der Name der Gruppe ist, wie deren eigene Legende besagt, zufällig entstanden: Auf einer herumliegenden Mixkassette haben sie in ihrer Gründungszeit eines Tages die Aufschrift "Gob" gelesen, was man mit "Mund", "Maul" oder "Schnauze" übersetzen kann. Squad hat dieselbe Ethymologie wie "Schwadron" und bedeutet im zivilen Sprachgebrauch "Mannschaft".

Bekannt machte Gob Squad 1997 ein Aufritt auf der X. documenta in Kassel, wo sie eine gemeinsam mit Stefan Pucher erarbeitete Performance zeigten, die für Pucher ebenfalls ein Durchbruch war: In "15 minutes to comply" jagte in einem Video-Loop ein Hund in einer unterirdischen Straßenbahnhaltestelle über eine Wand, während die Performer live auf dem Bahnsteig einen seltsamen Warte-Tanz aufführten, bis die Straßenbahn kam, in der sie verschwanden.

2009 wurden sie für ihre Performance "Saving the World" auf dem NRW-Festival des Freien Theaters Impulse mit dem Preis des Goethe-Instituts ausgezeichnet.

Nachtkritiken
zu Arbeiten von Gob Squad:

Saving The World am HAU Berlin (10/2008)

Revolution Now! in der Berliner Volksbühne (2/2010)

Before Your Very Eyes am HAU Berlin (4/2011)

Before Your Very Eyes beim Berliner Theatertreffen (5/2012)

Unendlicher Spaß, Station im Rahmen der 24-Stunden-Stadttour am HAU Berlin (6/2012)

Dancing About in der Berliner Volksbühne (11/2012)

Western Society am HAU Berlin (10/2013)

My square Lady an der Komischen Oper Berlin (6/2015)

War and Peace an den Münchener Kammerspielen (3/2016)

Creation (Pictures for Dorian) am HAU Berlin (5/2018)

I love you, Goodbye (The Brexit Edition) am Hebbel am Ufer Berlin (3/2019)

Show Me A Good Time am Hebbel am Ufer Berlin und La Jolla Playhouse San Diego online (6/2020)

1984: Back to No Future am Schauspiel Leipzig (6/2021)

Handle with Care – Eine praktische Anleitung am HAU Berlin (12/2023)

Dancing with our neighbours am HAU Berlin (5/2024)

News from Beyond am HAU Berlin (2/2025)


Link:

www.gobsquad.com

Gobert, Boy

Boy Gobert, geboren am 5. Juni 1929 in Hamburg und verstorben am 30. Mai 1986 in Wien, war Schauspieler und Theaterleiter.

Der Sohn Hamburger Kultursenators Ascan Klée Gobert nahm direkt nach seinem Abitur von 1946 bis 1947 Schauspielunterricht. Er debütierte 1947 am Theater im Zimmer und spielte am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. In den Folgejahren stand er unter anderem am Badischen Staatstheater Karlsruhe, am Fritz Rémond Theater in Frankfurt am Main, am Renaissance-Theater in Berlin und am Schauspielhaus Zürich auf der Bühne. Er wurde zum Filmstar der 1950er Jahre. Von 1959 an war Gobert Mitglied des Wiener Burgtheaters.

Von 1969 bis 1980 leitete Gobert das Hamburger Thalia Theater und etablierte es als eines der ersten Häuser im deutschsprachigen Raum. 1980 wechselte er zu den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin. Zum 1. September 1986 sollte er Direktor des Wiener Theaters in der Josefstadt werden. Sein überrauschender Tod aufgrund von Herzversagen kam dem Engagement zuvor.

1981 rief die Körber Stiftung den wichtigen Hamburger Nachwuchspreis Boy-Gobert-Preis unter seinem Namen ins Leben.

 

Gockel, Jan-Christoph

Jan-Christoph Gockel, 1982 in Gießen geboren, ist Regisseur.

Gockel studierte Theater-, Film- und Medienwissenschaft in Frankfurt sowie Regie an der Hochschule Ernst Busch in Berlin. Schon während des Studiums entstanden erste Regiearbeiten beim Festival de Liège und an der Berliner Schaubühne am Lehninerplatz. Gemeinsam mit dem Schauspieler, Puppenbauer und -spieler Michael Pietsch gründete er 2017 seine eigene Kompanie: peaches&rooster. Von 2014 bis 2020 war er Hausregisseur am Staatstheater Mainz und Mitglied der Künstlerischen Leitung. Seit der Spielzeit 2020/21 ist er Hausregisseur und Teil der künstlerischen Leitung der Münchner Kammerspiele. 

Beiträge  von Jan-Christoph Gockel auf nachtkritik.de:

revolution burkina faso – Jan-Christoph Gockel ist in Burkina Faso, als dort der Präsident gestürzt wird  (10/ 2014)


Nachtkritiken zu Inszenierungen von Jan-Christoph Gockel:

Deutschlandsaga 1 an der Schaubühne Berlin (11/2007)

Deutschlandsaga 2 an der Schaubühne Berlin (1/2008)

Deutschlandsaga 3 an der Schaubühne Berlin (1/2008)

h ha hamlet am bat Berlin (2/2008)

Deutschlandsaga 4 an der Schaubühne Berlin (2/2008)

Deutschlandsaga 5 an der Schaubühne Berlin (3/2008)

Deutschlandsaga 6 an der Schaubühne Berlin (4/2008)

Die Wissenden an der Schaubühne Berlin (2/2009)

Harry Lime lebt! am Schauspielhaus Wien (1/2010)

Baal am Staatstheater Oldenburg (9/2010)

Die Pappenheimer oder Das O der Anna O. am Wiener Schauspielhaus (11/2010)

Amok am Theater Osnabrück (4/2011)

Der talentierte Mr. Ripley an der Schaubühne Berlin (9/2011)

Hamlet am Staatstheater Oldenburg (2/2012)

Trilogie der Träumer (Lilly Link oder Schwere Zeiten für die Rev... / Die Kaperer / Genannt Gospodin) Konzert Theater Bern (9/2012)

Vaudeville. Open Air! am Theater Basel (5/2013)

Öl! am Theater Heidelberg (6/2013)

Metropolis am Theater Bonn (11/2013)

Kongo Müller am Theater Rampe Stuttgart (1/2014)

Ich bereue nichts am Badischen Staatstheater Karlsruhe (10/2014)

Herz der Finsternis am Theater Bonn (4/2015)

Merlin oder Das wüste Land am Schauspielhaus Graz (9/2015)

Macbeth am Staatstheater Mainz (5/2016)

Die Verwandlung am Schauspiel Bochum (10/2016)

Der Auftrag: Dantons Tod am Schauspielhaus Graz (3/2017)

Der siebte Kontinent am Theater im Bauturm (4/2017)

Meister und Margarita am Staatstheater Mainz (6/2017)

Moby Dick am Staatstheater Stuttgart (1/2018)

Die Nibelungen am Staatstheater Mainz (4/2018)

Die Revolution frisst ihre Kinder! am Schauspielhaus Graz (11/2018)

sklaven leben am Schauspiel Frankfurt (1/2019)

Ljod - Das Eis - Die Trilogie am Staatstheater Mainz (4/2019)

Woyzeck am Staatsschauspiel Dresden (10/2019)

Orestie am Schauspiel Frankfurt (2/2020)

Eine Jugend in Deutschland an den Münchner Kammerspielen (10/2020)

"Wir Schwarzen müssen zusammenhalten". Eine Erwiderung an den Münchner Kammerspielen (3/2021)

Öl! am Schauspiel Frankfurt (9/2021)

Eure Paläste sind leer (all we ever wanted) an den Münchner Kammerspielen (11/2021)

Wer immer hofft, stirbt singend an den Münchner Kammerspielen (4/2022)

Der unsichtbare Reaktor am Staatstheater Nürnberg (5/2022)

Les statues rêvent aussi. Vision einer Rückkehr an den Münchner Kammerspielen (10/2022)

Das Reich: Hospital der Geister am Schauspielhaus Graz (1/2023)

Green Corridors an den Münchner Kammerspielen (4/2023)

Der Auftrag/Psyche 17 am Deutsches Theater Berlin (10/2023)

Der Sturm / Das Dämmern der Welt an den Münchner Kammerspielen (12/2023)

Der Schimmelreiter / Hauke Haiens Tod am Deutschen Theater Berlin (4/2024)

Faust 1 & 2 am Schauspiel Frankfurt (9/2024)

Oh Schreck! an den Münchner Kammerspielen (1/2025)

Hospital der Geister am Deutschen Theater Berlin (3/2025)

 

Link:

peachesandrooster.de

Goebbels, Heiner

Heiner Goebbels, geboren 1952, ist Komponist, Musiktheater-Entwickler und Professor am Institut für angewandte Theaterwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit 2003 auch dessen Leiter.

Goebbels begann Mitte der 1980er Jahre nach zahlreichen Kompositionen für Theater und Film "Hörstücke" zu komponieren, meist nach Texten von Heiner Müller. "Szenische Konzerte" und Orchesterkompositionen folgten. Seit Mitte der 1990er Jahre liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit auf eigenen Musiktheater-Stücken, die er selbst inszeniert und die weltweit zu Theater- und Musik-Festivals eingeladen werden. Neben nationalen und internationalen Preisen erhielt Goebbels zwei Grammy-Nominierungen (für "Surrogate Cities" und "Eislermaterial"), den "Europäischen Theaterpreis - Neue Realitäten", den Preis des ITI zum Welttheatertag und den Kunstpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Seit Herbst 2006 ist Goebbels Präsident der Hessischen Theaterakademie. Von 2012 bis 2015 leitete er die Ruhrtriennale.

Nachtkritiken zu Projekten Heiner Goebbels:

Max Black am Theatre Vidy Lausanne (4/1998, besprochen als Teil des Interferences-Festivals Cluj)

Stifters Dinge bei den Berliner Festspielen (10/2007)

Industry and Idleness am Zürcher Schauspielhaus (5/2010)

Europeras 1 & 2 bei der Ruhrtriennale in Bochum (8/2012)

Everything that happened and would happen bei der Ruhrtriennale in Bochum (8/2019)

 

Nachtkritik-Texte von Heiner Goebbels:

Stuttgarter Rede zur Zukunft der Kultur (5/2013)

Andere Beiträge zu Heiner Goebbels:

Meldung: Heiner Goebbels ist Franco-Quadri-Preisträger 2015 (12/2015)


Link:

www.heinergoebbels.com

Goerden, Elmar

Elmar Goerden, 1963 in Viersen/Nordrhein-Westfalen geboren, ist Regisseur.

Nach einem Studium der Anglistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Universität Köln gründete Goerden 1986 zunächst gemeinsam mit Karin Beier die international zusammengesetzte freie Gruppe "Countercheck Quarrelsome" (CCQ), die orginalsprachige Shakespeare-Aufführungen herausbrachte. Seine Stadttheaterlaufbahn begann er als Regieassistent an der Berliner Schaubühne, wo er u.a. mit Luc Bondy, Peter Stein und Robert Wilson zusammenarbeitete. An der Schaubühne entstand mit Sam Shepards "Liebestoll" 1994 auch Goerdens erste Regiearbeit. Von 2001 bis 2005 war Goerden Dieter Dorns Oberspielleiter am Bayerischschen Staatsschauspiel in München. 2005 wurde er Intendant des Bochumer Schauspielhauses. Im Mai 2008 kündigte Goerden seinen Rücktritt von der Intendanz in Bochum an: hier seine Erklärung im O-Ton samt Nachtkritik-Kommentar. Im November 2008 traf Christian Rakow Goerden in Bochum zum Gespräch. Seit 2010 arbeitet Goerden als freier Regisseur.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Elmar Goerden:

Besuch bei dem Vater am Schauspielhaus Bochum (4/2007)

Der Alptraum vom Glück bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen (6/2007)

Wie es euch gefällt am Schauspielhaus Bochum (10/2007)

Maria Stuart am Schauspielhaus Bochum (1/2008)

Geschichten aus dem Wiener Wald am Schauspielhaus Bochum (5/2008)

Der Kaufmann von Venedig am Schauspielhaus Bochum (10/2008)

Work, Sex and Politics am Schauspielhaus Bochum (4/2009)

König Lear am Schauspielhaus Bochum (10/2009)

Sieben Türen am Schauspielhaus Bochum (1/2010)

Nora am Schauspielhaus Bochum (5/2010)

Judith am Grazer Schauspielhaus (1/2011)

Wozzeck am Theater Basel (9/2011)

John Gabriel Borkman am Theater in der Josefstadt Wien (3/2012)

Die Wildente am Nationaltheater Mannheim (3/2014)

Die Verdammten am Theater in der Josefstadt Wien (11/2016)

Die Abweichungen am Schauspiel Stuttgart (11/2018)

Rosmersholm am Theater in der Josefstadt Wien (11/2019)

Am Ende Licht am Schauspiel Stuttgart (11/2021)

Ein dunkles, dunkles, dunkles Blau am Schauspiel Stuttgart (1/2024)

Andere Beiträge zu Elmar Goerden:

Interview mit dem Bochumer Intendanten Elmar Goerden – Interview (11/2008).

Goetz, Rainald

Rainald Goetz, geboren 1954 in München, ist Schriftsteller.

Der sowohl in Geschichte wie in Medizin promovierte Autor schrieb in den späten 1970er Jahren als Journalist für die Süddeutsche Zeitung, für Spex, das Kursbuch und den Merkur. Kultstatus erlangte er mit seinem Auftritt 1983 beim Klagenfurter Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb, als er sich bei seiner Lesung mit einer Rasierklinge eine Wunde in die Stirn ritzte und seinen Vortrag schwer blutend zu Ende brachte. Seither avancierte Goetz zu einem für Feuilleton und Fachgermanistik gleichermaßen zentralen Gegenwartsautoren. 1998 hielt er die renommierten Frankfurter Poetik-Vorlesungen.

Wegen seines 1998 im Internet geführten Tagebuches "Abfall für alle", das später als "Roman eines Jahres" auch in Buchform veröffentlicht wurde, wird Rainald Goetz häufig als erster deutscher Blogger bezeichnet. Goetz' breites, bei Suhrkamp verlegtes Werk umfasst Theatertexte, Essays, Blogs und journalistische Arbeiten sowie Romane und Erzählungen, die Themen der Psychiatrie, populäre Gegenwartskulturphänomene (Rave, Techno) und neue Theorien (etwa die Soziologie Niklas Luhmanns) in stark diskursgesättigten Texturen verarbeiten.

Mit seinen Theaterstücken "Krieg", "Katarakt" und "Jeff Koons" gewann Goetz den Mülheimer Dramatikerpreis 1988, 1993 und 2000. 1991 erhielt er den Heinrich-Böll-Preis, 1999 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis, 2000 den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis, 2012 den Berliner Literaturpreis, 2015 den Georg-Büchner-Preis



Nachtkritiken zu Stücken von Rainald Goetz:

Jeff Koons am Theaterlabor Bremen (6/2008)

Festung am HAU Berlin (12/2008)

Jeff Koons an den Münchner Kammerspielen (1/2011)

Mjunik Disco an den Münchner Kammerspielen (4/2011, Textbeiträge)

Krieg am Theater Rottstraße 5 Bochum (12/2014)

Krieg am Berliner Ensemble (3/2018)

Jeff Koons an der Schaubühne Berlin (6/2018)

Reich des Todes am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (9/2020)

Reich des Todes am Schauspielhaus Düsseldorf/ Schauspiel Köln (9/2021)

Reich des Todes am Akademietheater Wien (4/2022)

Johann Holtrop. Abriß der Gesellschaft am Schauspiel Köln (2/2023)

Baracke am Deutschen Theater Berlin (9/2023)

Johann Holtrop am Staatstheater Mainz (3/2024)

Johann Holtrop am Theater Paderborn (5/2024)

Lapidarium am Residenztheater München (10/2025)

 

Andere Beiträge zu Rainald Goetz:

Buchkritik: Johann Holtrop (9/2012)

Goetze, Heike Marianne

Heike M. Goetze, geboren 1978 in Osnabrück, ist Regisseurin, Kostüm- und Bühnenbildnerin.

Heike Marianne Goetze studierte Regie an der Zürcher Hochschule der Künste. Mit ihrer Diplominszenierung von Juli Zehs "Spieltrieb" gewann sie beim Körber Studio Junge Regie 2008 den Preis als beste Nachwuchsregisseurin. Inszenierungen u.a. in Tübingen, Essen, Bochum, Hannover, Luzern und am Schauspielhaus Zürich. Ihr dortige Inszenierung von "Stiller" nach dem gleichnamigen Roman von Max Frisch wurde 2010 zum Festival Radikal jung eingeladen.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Heike M. Goetze:

Stiller am Schauspielhaus Zürich (10/2010)

Mutter Kramers Fahrt zur Gnade am Schauspielhaus Bochum (5/2013)

Geister sind auch nur Menschen am Theater Luzern (5/2015)

Biedermann und die Brandstifter am Zürcher Theater Neumarkt (11/2017)

Michael Kohlhaas am Hessischen Staatstheater Darmstadt (6/2019) (Bühne und Kostüme)

Liebe / eine argumentative Übung an den Münchner Kammerspielen (10/2020)

Geschichten aus dem Wiener Wald am Hamburger Schauspielhaus (11/2020)

King Lear am Theater Luzern (9/2021)

Jeeps am Deutschen Schauspielhaus Hamburg (11/2022)

Hedda Gabler am Theater St. Gallen (6/2024)

Andere Beiträge zu Heike M. Goetze:

Bericht: Körber Studio Junge Regie 2008 – Der Regie-Nachwuchs präsentiert sich (3/2008)

Bericht: Lauter Neustarts – Barbara Freys Vorstellungsrunde in Zürich (5/2009)

Meldung: Auswahl für das Festival Radikal Jung 2011 (2/2011)

Golonka, Wanda

Wanda Golonka, 1958 in Lyon geboren, ist Choreografin und Tanztheaterregisseurin.

Nach einer Tanzausbildung an der Essener Folkwanghochschule gründete Wanda Golonka 1985 die Gruppe "Freier Tanz", die sie bis 1995 leitete. Von 1998 bis 2000 war sie Artiste in Residence am Münchner Marstall, von 2001 bis 2009 Hausregisseurin am Schauspiel Frankfurt. Über ihre Arbeit im Theater und in der Stadt berichtete damals Esther Boldt.

Nachtkritiken zu Choreografien und Inszenierungen von Wanda Golonka:

Erzählung des Gleichgewichts 4.W im Schauspiel Frankfurt (5/2007)

Iphigenie auf Tauris im Schauspiel Frankfurt (8/2007)

Die Stunde da wir nichts voneinander wußten im Schauspiel Frankfurt (2/2009)

RRUNGS! in der Berliner Volksbühne (4/2010)

Andere Beiträge zu Wanda Golonka:

Wanda Golonka am Schauspiel Frankfurt – Bericht von Esther Boldt (7/2007)

Link:
wandagolonka.com

Górnicka, Marta

Marta Górnicka, geboren 1975 in Włocławe (Polen), ist Regisseurin und Sängerin.
Sie ist bekannt für ihre chorischen Arbeiten mit Schauspielprofis und -laien. Das chorische Sprechen nutzt sie als Mittel, die soziale, kulturelle, ökonomische oder religiöse Geformtheit des Menschen kritisch zu reflektieren.

Ausgebildet wurde Marta Górnicka an der Fakultät für Regie der Theaterakademie Aleksander Zelwerowicz, der Musikhochschule Frédéric Chopin und der Universität in Warschau sowie an der Staatlichen Schauspielschule in Krakau. Von 2009 bis 2014 arbeitete sie mit dem Warschauer Theaterinstitut Zbigniew Raszewski an ihrer Idee für ein Chor-Theater und entwickelte ein eigenes Vokal- und Aktionstraining für Stimme und Körper.

2010 gründete sie mit Unterstützung des Warschauer Theaterinstituts den "Chor der Frauen" und zeigte im gleichen Jahr ihre erste Inszenierung, Hier spricht der Chor. 2011 folgte "Magnificat", mit dem sie 2012 die Preisträgerin bei "Fast Forward – europäisches Festival für junge Regie" am Staatstheater Braunschweig war.

Für das Staatstheater Braunschweig schuf Górnicka auch ihre erste Arbeit auf Deutsch: "M(other) Courage", die 2016 für den renommierten Deutschen Theaterpreis Der Faust in der Kategorie Regie nominiert wurde. 2018 brachte Górnicka im Rahmen des Tages der Deutschen Einheit das "Grundgesetz" in einem von ihr bearbeiteten Libretto vor dem Brandenburger Tor mit einem Chor von 50 professionellen und nichtprofessionellen Schauspieler*innen zur Aufführung.

Seit 2017 inszeniert sie am Maxim Gorki Theater in Berlin, wo sie 2019 das Political Voice Institut als soziales Labor für ein modernes Chortheater gründete. Von 2020 bis 2022 war sie Mitglied des Künstlerischen Beirats, der Shermin Langhoff bei der künstlerischen Leitung des Maxim Gorki Theaters beriet. 


Nachtkritiken zu Inszenierungen von Marta Górnicka:

Hier spricht der Chor beim Zürcher Theaterspektakel (8/2012)

M(other) Courage am Staatstheater Braunschweig (9/2015)

Jedem das Seine an den Münchner Kammerspielen (5/2018)

Grundgesetz am Maxim Gorki Theater Berlin (10/2018)

Still Life. A Chorus for Animals, People and all other Lives am Maxim Gorki Theater (7/2021)

Mothers – A Song For Wartime am Maxim Gorki Theater (11/2023)

Kassandra or Songs of the Canaries am Maxim Gorki Theater (4/2026)

Weitere Beiträge zu Marta Górnicka:

Meldung: Marta Górnicka gewinnt beim Festival "Fast Forward" (9/2012)

Meldung: Regisseurin Marta Górnicka übernimmt Leipziger Bertolt Brecht Gastprofessur (5/2022)

Gespräch: Streitfall Drama (6) - Mit Yael Ronen und Marta Górnicka (11/2022)

Meldung: Schlingensief-Gastprofessur an Marta Górnicka (11/2024)

Meldung: Marta Górnicka erhält ITI-Preis 2025 (3/2025)

Link:

www.martagornicka.com

Gosch, Jürgen

Jürgen Gosch, am 9. September 1943 in Cottbus geboren und am 11. Juni 2009 in Berlin gestorben, war Regisseur.

Nach seinem Studiem an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" war er als Schauspieler in Parchim und Potsdam engagiert. In Potsdam entstand auch seine erste Regiearbeit. Von Fritz Marquardt wurde er an die Berliner Volksbühne geholt. Nachdem seine dortige Inszenierung von Georg Büchners "Leonce und Lena" aus politischen Gründen 1978 abgesetzt wurde, zog Gosch in die Bundesrepublik Deutschland.

Er inszenierte in Hannover, Bremen, Köln und unter der Intendanz von Jürgen Flimm am Hamburger Thalia Theater. 1989 übernahm er als Nachfolger von Luc Bondy die Leitung der Berliner Schaubühne, die er nach einer Saison wieder verließ. Danach arbeitete er wesentlich in Frankfurt am Main, am Schauspielhaus Bochum und von 1993 bis 1999 am Deutschen Theater Berlin. Zuletzt entstanden seine Inszenierungen vor allem in Düsseldorf, Hannover, Zürich und ab 2004 auch wieder am Deutschen Theater. Im März 2009 wurde ihm der Preis des deutschen ITI und gemeinsam mit seinem Bühnenbildner Johannes Schütz der Berliner Theaterpreis zugesprochen.

Am 11. Juni 2009 starb Jürgen Gosch und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin beigesetzt.

Nachtkritiken zu Inszenierungen von Jürgen Gosch:

Wie es euch gefällt am Schauspiel Hannover (4/2007)

Der Gott des Gemetzels als Gastspiel des Zürcher Schauspielhauses beim Berliner Theatertreffen (5/2007)

Ein Sommernachtstraum am Deutschen Theater Berlin (5/2007)

Das Reich der Tiere am Deutschen Theater Berlin (9/2007)

Was ihr wollt am Schauspielhaus Düsseldorf (10/2007)

Onkel Wanja am Deutschen Theater Berlin (1/2008)

Calypso am Hamburger Schauspielhaus (2/2008)

Hier und Jetzt am Zürcher Schauspielhaus (4/2008)

Die Möwe am Deutschen Theater Berlin (12/2009)

Idomeneus am Deutschen Theater Berlin (4/2009)

Die Bakchen bei den Salzburger Festspielen (Lesung als Hommage an Jürgen Gosch, 7/2009)

Nachtkritik-Texte zu Jürgen Gosch:

Zum Tod von Jürgen Gosch – Die zärtliche Beobachtung des sinnlosen Lebens von Katrin Bettina Müller (6/2009)

Andere Beiträge zu Jürgen Gosch:

Die Tageszeitung Die Welt erinnert an Jürgen Gosch – Presseschau (5/2014)

Tobias Hockenbrink: Theater ohne Ende. Die Theaterarbeit des Regisseurs Jürgen Gosch – Buchbesprechung (6/2014)