Zu groß für einen Intendanten?

16. April 2018. "Man kann am Theater mit einer schwierigen finanziellen Situation umgehen, wenn man konkrete Lösungsansätze, mögliche Perspektiven hat. Die hatten Herr Dercon und seine Programmverantwortlichen nicht", sagt Klaus Dörr, Geschäftsführer und seit vergangenem Wochenende nach Chris Dercons Rücktritt Interims-Intendant der Berliner Volksbühne, im Interview mit Peter Laudenbach von der Süddeutschen Zeitung. Schon bald nach seiner Berufung im März sei ihm klar geworden: "Es wird nicht nachhaltig produziert. Die Produktionen sind zu teuer und laufen zu selten."

Selbstprüfung eines privilegierten Ortes

7. April 2018. Inhaltlich sei die #MeToo-Debatte nichts Neues schreibt die Dramatikerin Darja Stocker auf Zeit Online. Schon vor 20 Jahren hätten "Angehörige der Gruppe 'Kritische Kulturpraktikerinnen'" gefragt, wie es sein könne, "dass ein hochsubventionierter Raum wie das Theater eine 'Parallelwelt von und für mehrfachprivilegierte Menschen bleibt'".

Von Presse in den Selbstmord getrieben?

27. März 2018. Nicht nur in Schweden hat der Selbstmord des Stockholmer Schauspielers und Theaterleiters Benny Fredriksson eine Debatte über die Rolle der Medien in der #MeToo-Debatte ausgelöst. Der 58 Jahre alte Fredriksson war im Dezember 2017 nach 16 Jahren als Direktor des Stadttheaters Stockholm zurückgetreten, nachdem ihm in der Boulevardzeitung Aftonbladet ein sexistischer Führungsstil vorgeworfen worden war. Am 17. März 2018 nahm sich Fredriksson auf einer Reise das Leben. Daraufhin hatten schwedische Theaterleute, darunter Fredrikssons Nachfolger, "den Medien" eine "Treibjagd" vorgeworfen, die zu Fredriksson Selbstmord geführt habe.

Einmischung ist Anmaßung

25. März 2018. Im Spiegel-Interview regt sich Regisseur Ersan Mondtag "sehr darüber auf", dass mit der Intendanz Matthias Lilienthals 2020 Schluss sein soll (Lilienthal hatte sich aufgrund "fehlenden Rückhalts" selbst gegen eine Vertragsverlängerung entschieden, das Ensemble hat sich daraufhin hinter Lilienthal und seine künstlerische Linie gestellt): "Es sollte uns alle alarmieren, was da grade in München passiert." Dass Richard Quaas, der kulturpolitische Sprecher der CSU, auf Facebook als Kammerspiele-Maßstab "deutsches Sprechtheater" statt experimenteller Bühnenkunst ausgerufen habe, sei eine "Anmaßung", so Mondtag. Es könne "nicht sein, dass Politiker Theaterleuten inhaltlich oder formal vorgeben, wie sie ihre Arbeit zu machen haben." Man könne Programm oder Auslastungszahlen kritisieren, "aber die Einmischung in die künstlerische Arbeit ist höchst problematisch."

Ein neuer Kuchen

14. März 2018. In der Süddeutschen Zeitung (online 13.3.2018, 18:58 Uhr) schreibt Christine Dössel über das Treffen der Theatermacherinnen in Bonn, Burning Issues.

Zuwenig Glanz

13. März 2018. "Ich kann die Sehnsucht verstehen, dass man große Monologe sehen will, die mit feurigem Atem an der Bühnenrampe vorgetragen werden, dass man auch eine Sehnsucht hat nach Theater, wie man es aus der guten alten Zeit kennt", sagt Franz Rogowski, der bis letzten Sommer dem Ensemble von Matthias Lilienthals Münchner Kammerspielen angehörte, im Interview mit dem Filmportal critic.de zur schwelenden Debatte um die Neuausrichtung des Theaters. Er glaube aber trotzdem, dass einer Stadt wie München "ein weiteres klassisches Theater nichts bringen" würde. "München sollte schon froh sein, dass es die Kammerspiele in dieser Form gibt. Wenn die Stadt ein Problem hat, dann ist es das Provinzielle und Konservative, nicht, dass da jetzt der Punk regiert."

Die öffentliche Frau und die Aufklärung

10. März 2018. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schreibt der Heidelberger Romanist Gerhard Poppenberg (leider hinter der Pay Wall) über Theater, Affektpolitik und die Rolle der öffentlichen Frau. Wir geben ein paar Ausrisse von Poppenbergs Gedankengängen.